Als Kind …

20161123_151752.jpgAls Kind wollte ich immer ein Held sein. Ein König, oder ein berühmter Krieger, jedenfalls jemand den die Welt liebt und verehrt.

Später wollte ich dann einfach nur mehr aufrecht durch das Leben gehen. Ohne mich zu verbiegen. Ohne Kompromisse das tun wofür ich da bin. Vielleicht kein Held, vielleicht nicht mal jemand zu dem man aufsehen kann, aber wenigstens versuchen ganz da zu sein.

Und jetzt merke ich daß ich im großen Blatt des Lebens nur der Narr bin.

Alle meine früheren Freunde stehen im Leben, sind Ärzte, oder Anwälte oder bekannte Musiker, oder etwas anderes wichtiges. Nur ich allein stehe noch immer hier und versuche auf das Lied in meiner Seele zu hören. Die Menschen anzusehen und ihr Lied zu verstehen, ihr Leid aufzunehmen und umzuwandeln, ihr Lächeln zu suchen, ihr verpfuschtes Leben, ihre Sorgen und Ängste, ihre Wünsche und ihr verlorenes Glück.

Nur ich alleine gehe noch immer einsam meinen Weg und versuche der Stimme zu lauschen.

Welcher Stimme? Ich weiß es nicht.

Der Stimme in mir, der Stimme die aus dem Wald kommt, aus dem Duft eines heißen Steines der seit Tagen in der Sonne liegt, aus dem Knacken eines Astes, der Stimme des Windes.

Vielleicht bin ich dazu da. Um zu hören. Um auf die Stimmen zu hören. Und auf die Gefühle zu achten. Vor allem heute.

Vor allem heute da niemand mehr hört, da fast niemand mehr da ist der spürt, niemand mehr der auf die Welt achtet und ihr zuhört.

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7 Gedanken zu “Als Kind …”

  1. Ein Beobachter. Wer weiss. warum nicht Nicht diejenigen, die immer in allem Erfolgreich sind, sind die Glücklichen. Ich kann Dir aus meiner Erfahrung sagen. Ich hatte vorher viel Verantwortung und bin degradiert worden zu einer kleinen Arbeitsbiene. Finanziell ein Schlag aber eine Befreiung der Seele. Ich habe mich noch nie so frei gefühlt. Wenn jetzt noch die finanzielle Sache weg wäre, wäre es perfekt. Aber lieber am Rand als mitten drin. Da zählt kein Erfolg oder Geld….Natürlich weiss ich wie es ist Erfolg haben zu wollen. Mein Mann ist Sänger – leider auch erfolglos. Das ist Schade wenn man Talent hat. Aber es hilft nicht…:-)

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      1. Ich war Abteilungsleiterin beim Paketdienst und wurde dann durch Mobbing und Kündigungsversuchen degradiert zur Sortierung. Mein Mann ist Tenor, aber singt auch gerne alte Country Songs oder 50/60er Jahre. Zur Zeit übt er fleissig sich mit der Gitarre selbst begleiten zu können. Schade ist, dass Talent heute nicht ausreicht. Wenn die Optik nicht passt, hast Du kaum noch Chancen. Es kann klappen, aber das ist eher schwer. Da hast Du absolut Recht. Die Welt ist wirklich seltsam zu Talenten. :-/

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      2. Mobbing stelle ich mir echt schlimm vor. Ich weiß nicht was in den Menschen vor sich geht, ist es Haß auf alles lebendige oder Langeweile oder irgendetwas anderes? Aber gut das Du dort weg bist.
        Gibt es Deinen Mann irgendwo zu sehen? Oder vielleicht auf fb?

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      3. In der Firma bin ich noch, aber eine andere Abteilung und ich kann dem Chef aus dem Weg gehen. Es war schon ein ziemlicher Kampf, aber – trotz Degradierung haben wir gewonnen. Er hat einige Lieder auf Youtube. Aber nur wenige wo er drauf ist…

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  2. Lieber Thomas,
    als ich den Text gelesen habe musste ich wirklich denken : genau so ist es bei mir.
    Natürlich nicht ganz so, aber ich frage mich oft, warum ich da bin, warum ich irgendwie nicht so perfekt bin, wie ich es gerne wäre und warum es anderen so leicht fällt.
    Andererseits weiß ich, dass jeder seine ganz eigene Begabung und Aufgabe im Leben hat. Und bei manchen dauert es eben einfach länger, diese zu finden.
    Liebe Grüße,
    Sophie

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    1. Hallo Sophie. Danke für Deine netten Worte. Ja, vielleicht hast Du Recht, ich weiß nicht … Es ist nur die Zeit dazwischen die so schlimm ist, kennst Du das? Wenn man wartet, wenn man etwas in sich wachsen spürt und nicht weiß was das wird, und wenn man dann tagelang gelähmt ist oder mit solchen Kopfschmerzen ans Bett gefesselt daß man nicht mal mehr aufstehen kann. Und es dauert mir schon viel zu lange!
      Liebe Grüße,
      Thomas.

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