Ich weiß nicht …

20161102_073509Ich weiß nicht wie es anderen Menschen geht, aber die Zeit in der wir leben schmerzt so sehr.

Und sie macht uns zu so zerrissenen Menschen.

Ohne Mittelpunkt, ohne jede Konsistenz im Denken und im Handeln.

 

Ich nehme mir das vor, und jenes. Und wenn der Tag vorbei ist dann habe ich gar nichts geschafft.

Ich bin so sehr im Nebel gefangen. So vergiftet. Mein Kopf, mein Geist, meine Seele. Alles tut weh und ich kann mich auf nichts konzentrieren. Und ich schaffe überhaupt nichts.

Und ich merke daß es vielen so geht.

Wir könnten alle so vieles sein, aber am Ende des Tages sind wir dann so wenig.

 

Es gibt so viele Dinge die uns anlachen, uns anschreien, so vieles was uns gefällt und nach uns grapscht. Und alles ist lauter als die Melodien in unserem Inneren.

Aber diese andauernden Entscheidungen. Dieses andauernde wählen zwischen Dingen  macht uns gefühlskalt und seelisch tot.

Und dieses Überangebot an allem. An Essen, Büchern, Freizeitgestaltung, all das was man sehen könnte, sein könnte, alles was man machen könnte.

 

Ich bin voll.

Ich kann nicht mehr entscheiden.

Ich bin überfordert und kann nicht mehr entscheiden was gut und richtig für mich ist. Und was ich eigentlich will.

Ich treibe einfach nur mehr durch den Tag und reagiere auf das was von außen kommt. Und mein eigenstes Leben geht dabei unter.

Falls ich noch eines habe.

 

Dabei gibt es so wenige Fragen.

Was will ich wirklich? Allein, wenn das Licht ausgeht?

Und was kann ich überhaupt noch in meinem Leben erreichen?

Und wohin will ich meine Energie geben?

 

Aber ich bin so voll. Ich weiß es nicht mehr.

Morgens stehe ich auf und setze mich zur Gitarre. Aber dann gibt es so vieles was ich noch erledigen könnte.

Und schon ist es weg.

 

Und schon ist es Abend.

 

Und schon sind wir tot.

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28 Gedanken zu “Ich weiß nicht …”

  1. Hallo Thomas,
    hab ein wenig bei Dir reingelesen – sicher werde ich das in nächster Zeit mehr tun.
    Du schreibst offen, was Dir durch den Kopf geht und damit tust Du schon sehr viel für Dich selbst.
    Ich bin schon „etwas in die Jahre gekommen“ und war mein Leben lang zielstrebig oder so, „wie man zu sein hat“.
    Bin selbst und für mich damit auf der Strecke geblieben.
    … und nun verstehen es die Menschen, für die ich immer da war, nicht, dass ich versuche alte Muster abzulegen um mich erstmal um mich selbst zu kümmern.
    Sei Dir selbst der Nächste. Es war ein langer Weg – aber nach längerer Auszeit hab ich klare Grenzen gesteckt.
    … und es tut gut.
    Alles Liebe,
    Michael

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  2. Ist es wirklich die Zeit oder nicht eher die Be_urteilung die wir über die Dinge fällen?
    Wer sagt das jeden Tag etwas geschafft werden muß und will? wer sagt das ich imemr wählen und entscheiden muß? Wer sagt mir wie ich die dinge sehen und emfpinden will? vielleicht erzählen nur die vielen Gedanken eine Geschichte…von der ich mir aussuchen kann ob ich sie glauben mag oder nicht?

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    1. Puh, da hast Du mir ordentlich Stoff zum Nachdenken gegeben. Ich weiß jetzt auch nicht wirklich.

      Ich bin schon so daß ich jeden Tag etwas schaffen will und muß. Ansonsten vergeht auch dieser Tag wieder und geht unter im Einerlei der vergangenen Tage, ohne Erinnerung, ohne daß ich mich weiterentwickle.

      Und wie kann ich mir eine Geschichte aussuchen wenn ich nur das denken kann was ich denke? Dreht es sich da nicht im Kreis?

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      1. Wer sagt das du was schaffen mußt? Wer sagt das Weiterentwicklung etwas damit zu tun hat bzw. das sogar braucht?
        vielelicht heißt es auch einfach jetzt zu sein und wirklich da zu sein wo du gerade bist?
        Die Gedanken erzählen einem viel wenn der Tag lang ist, ich weiß. Es sind tausende, und manche kennen wir schon, an denen halten wir uns gern fest… aber es sind nur Gedanken, die größten Geschichtenerzähler auf Erden…viel wahrer sind die Gefühle. 🙂

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      2. Ich sage daß ich etwas schaffen muss. Wenn ich heute nichts mache dann geht dieser Tag unter wie schon tausend vor ihm, ohne Erinnerung, ohne die Welt oder mein Leben verändert zu haben.

        Und das mit den Gedanken stimmt schon.

        „Die größten Geschichtenerzähler auf Erden…“

        Das ist wunderschön!

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      3. wie wäre es mit können statt müssen, dürfen statt sollen… ich hab mal von einer Aussage gelesen die besagte das es die Zeit nicht gibt…wenn ich mir das manchmal vorstelle ist das ziemlich spannend,, wenn jetzt auch gleichzeitig gestern und morgen ist. Und was heißt schaffen? Ja man möchte etwas schaffen, genauso wie man sicherheit will oder auf etwas vertrauen möchte, aber eigentlich ist das doch paradox wenn man das so im großen ganzen betrachtet. Und wenn dein Leben nun so vollkommen ok ist wie es ist? Wenn es auch so sein darf. Ich glaube es beginnt alles mit der Akzeptanz dessen was gerade da ist, die Akzeptanz das es vielleicht anders ist als du denkst das es sein sollte, die Akzeptanz deines sträubens, die Akzeptanz deiner Melancholie, die Akzeptanz dieser Stunden so wie sie sind und so wie du bist. Ich nenn das Realitycheck.

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      4. Das sind wirklich schöne Worte. Und einem bestimmten Teil von mir tun sie auch sehr wohl.

        Aber ich bin nicht so. Vielleicht leider, vielleicht auch gut so. Aber ich kann mich nicht, ich will mich nicht mit dem abfinden was ist.

        Ja, das ist die Realität, das ist mein Leben so wie es jetzt ist. Aber ich will das nicht mehr. Denn das ist nicht mein Leben. Es ist nicht das Leben daß ich mir wünsche, nicht das Leben das ich gerne hätte.

        Und nicht das Leben das ich einmal gelebt habe oder fast gelebt hätte.

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      5. Nach der Akzeptanz wird es anders, mehr Energie, die Du jetzt für den Kampf brauchst, wird frei… und Leben findet eh immer nur im jetzt statt, auch wenn man das immer wieder vergißt…aber die Momente wo ich das verstehe sind immer die Besten.

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      6. lässt sich üben, bin dran und es wird 🙂 immer wieder spannend wie mn in den Kampffallen landet, das geht ja ganz fix, immer dann wenn man die Realität nicht akzeptieren kann und es anders haben will wie es ist… zack bumm wieder in der Falle, aber wenn es einem auffällt gehts los und es ändert sich, und mit der Zeit fällt einem das immer schneller auf. Diesbezüglich kann ich Louise L. Hay empfehlen: Wahre Kraft kommt von Innen, oder buddhistische Literatur z.b. von Pema Chödrön, viele Grüße

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      7. Was sind Kampffallen?

        Und ich will die Realität nicht so akzeptieren wie sie ist. Aber wahrscheinlich meinen wir etwas ähnliches und versthen nur die Worte verschieden.

        Danke für die Literaturtipps, da weiß ich was ich als nächstes lesen werde.

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      8. Ja, das „nicht akzeptieren wollen“ ist das Thema, das z.b. ist eine Kampffalle. Gegen die Realität kann man nicht gewinnen, sie ändert sich nicht nur weil wir es wollen, hab da auch grad mal wieder ein schmerzheaftes Thema…weil ich eben die realität nur schlecht akzeptieren kann. Akzeptieren heißt allerdings nicht das wir es für gut befinden müssen, sondern einfch nur kapieren das es ist wie es ist. Und das was zu ändern ist von uns können wir ja auch ändern. Manches läßt sich nich ändern… beides auch Realität. Dort wo Akzeptanz da ist kann es mit der Veränderung eiegntlich erst richtig losgehen… vorher kämpfen wir immer nur gegen etwas und verschwenden unsere Kräfte… L G

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      9. Ja, ich glaube ich verstehe Dich. Und gebe Dir voll Recht.

        Ich habe mal mit einer Therapeutin gestritten (dafür habe ich ein echtes Talent). Sie behauptete daß man alles schaffen kann was man will. Ich sagte ihr daß das Schwachsinn ist. Wir einigten uns dann darauf daß man es sich leicht macht, daß man die Dinge leichter erreichen kann wenn man etwas wirklich will.

        Ist es das was Du gemeint hast?

        Thomas.

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      10. Naja ich glaub nicht daran das man alles schaffen kann nur weil man es will, denn dazu gehört auch viel Glück und Zufall. Und ich kann das gar nicht leiden dieses „alles ist möglich“ Ding, sowas hängt von sviel Komponenten ab, allein schon was man für Vorraussetzungen hat usw. Komischerweise behaupten das auch imemr nur Leute denen es gut geht…aber ich glaube daran das man es versuchen kann sich gut gehen zu lassen und lernen kann anders mit Dingen umzugehen… die dinge ändern sich nicht, aber man selbst kann sich entscheiden wie man damit umgeht. Is aber natürlich nicht so einfach.

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  3. Hallo ihr zwei!
    Eure offene und öffentliche Diskussion wundert mich etwas – aber alle Achtung.
    Aber nein Thomas. Ich hab`s noch nicht ganz geschafft.
    Hab mir letztes Jahr Hilfe geholt.
    … nur so war es möglich die Gedanken an alles andere abzulegen. … wenn auch nur für eine gewisse Zeit.
    Doch inzwischen weiß ich wie es geht.
    Theoretisch.
    Denn in der Praxis ertappe ich mich zunehmend dabei, wieder der Alte zu sein.
    Leider.
    Die Grenzen, die ich selbst baue, überschreite ich selbst immer wieder – und ich weiß im Moment noch nicht, wo der weitere Weg hinführt. Ich weiß, dass ich was (sehr viel) tun muss, weiß auch zwischen richtig und falsch zu unterscheiden.
    ABER …
    … und mein „alter Bekanntenkreis“…
    … den gab es so gut wie gar nicht mehr.
    Ich muss sagen, auf diesem neuen Weg sind mir Menschen begegnet, die ich sehr, sehr mag.
    Ehrliche, offene Menschen. … vielleicht bindet uns ja auch eine gemeinsame Macke. … oder mehrere 🙂
    Alles Liebe,
    Michael

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    1. Hallo Michael.

      Das mit der Hilfe finde ich wunderbar. Warst Du bei einem Therapeuten? Ein guter Therapeut ist ja ein Segen.

      Und das mit Theorie und Praxis kenne ich leider nur zu gut. Aber mir scheint Du weißt schon mehr als ich, Du kannst schon unterscheiden, Du weißt schon wohin es gehen könnte.

      Hut ab.

      Und das mit den neuen Menschen die einem begegnen das habe ich auch hier im Netz kennengelernt. Seltsam daß ich das einmal sage, aber es stimmt.

      Und danke für das Kompliment, vielleicht haben wir ja wirklich eine gemeinsame Macke. 🙂

      Thomas.

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      1. Hallo Thomas.
        Eigentlich hatte ich Dir ja vor einigen Tagen kurz geantwortet – doch mein Kommentar muss wohl bei Dir im Spam-Ordner gelandet sein.
        Darin schrieb ich Dir, dass ich öffentlich über das Thema nicht mehr schreiben möchte.
        Wenn ich Deine Mail-Adresse hätte – würde ich Dir vielleicht auf dem Weg antworten.
        Nun weiß ich auch nicht, ob ich mit diesem Kommentar durchkomme – ich versuch ihn mal zu senden.
        Alles Liebe,
        Michael

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    1. Hallo Michael. Tut mir leid, habe sie gerade gefunden. Das Problem ist daß ich nicht weiß wie man auf wordpress und google+ usw. die Nachrichten ausschalte und daher 1000 Spams die Woche bekomme. Aber jetzt habe ich Deine mails, melde mich.

      THomas.

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  4. Hallo Thomas, erstmal freue ich mich sehr, dass Du meinen Web-Magazin sl4lifestyle folgst. Vielen Dank. Ich habe Deine Beiträge gelesen und verstehe ein kleines bisschen, wie Du Dich fühlst. Doch man kann aus jeder Situation eine gute machen. Und Scheitern gehört zum Leben dazu, daraus kann man lernen. Das mit dem Überangebot: Ja, da gebe ich Dir uneingeschränkt Recht. Mir fällt es auch oft schwer, daraus das Richtige zu finden.
    Alles Gute Dir.
    Sabine

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  5. Hallo Thomas,

    ein Gedicht für dich von mir:

    „Rege Menschen gehen Tag ein, Tag aus
    In der Endlichkeiten Schein,
    Sprechen, bewerten, vergleichen sich,
    Sonnen sich im Schatten ihres verborgenen Ich.

    Meinen zu lernen ihr ganzes Leben,
    Obwohl sie doch nur an Gewohnheiten kleben,
    Umdenken fällt ihnen schwer,
    Sind in Grenzen gefangen um so mehr.

    Was ihre Wahrheit bestimmt,
    Formt der Medienglanz.
    Eine Wahrheit geprägt von Definitionen,
    verschleiert von Finanz.

    Was glaubt Mensch zu hören in diesen Zeilen,
    Können wir nur noch tot in der Ewigkeit verweilen?“

    Liebe Grüße,
    Jano

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