„Es braucht …

IMG_20170228_112724.jpg „Es braucht sechzig Sekunden um seinen Geist zu ändern. Es braucht sechzig Minuten um sein Leben zu ändern. Es braucht sechzig Tage um seine Seele zu ändern.“

Ich weiß nicht ob das stimmt. Auf jeden Fall fühlt es sich richtig an.

 

Vielleicht braucht es wirklich nur eine Minute um seinen Geist zu ändern. Jedenfalls bestimmte Teile davon.

Seit ich diesen Alp hatte ist mir bewußt daß ich sterblich bin. Ich weiß  daß der Tod immer an meiner Seite ist. Jeden Augenblick. Und immer, immer nach mir greifen kann.

Und das verändert.

 

Und vielleicht braucht es wirklich nur eine Stunde um sein Leben zu ändern.

Jedenfalls eine Stunde um wahrhaftig über sein Leben nachzudenken und dann Entscheidungen zu treffen. Eine Stunde in der man ganz bei sich ist, eine Stunde in der man seine Mauern fallen läßt und ganz ehrlich auf sein Leben schaut.

Um den Weg zu sehen den man zu gehen hätte. Wenigstens einen kleinen Teil davon.

 

Und der letzte Teil? Ich habe einmal gelesen daß im Körper alle Krankheiten verhungern wenn man sechzig Tage fastet. Alles Schlechte was man jemals gegessen hat, alte Wunden, alte Krankheiten, alles kann dadurch wieder heil werden.

Und vielleicht gilt das ja für alles. Vielleicht kann ich in sechzig Tagen wieder gesund werden. Meinen Geist reinigen. Meine Seele. Mein Leben von Grund auf ändern.

 

In meinem Kopf hat sich etwas verändert. Und ich will einen neuen Weg gehen.

Doch zuerst muß ich  den ganzen Schutt aus meinem Leben räumen. Um zu sehen ob darunter noch etwas wächst oder ob der ganze Boden schon so  vergiftet ist daß dort nichts mehr leben kann.

 

Ich habe das früher schon versucht. Und bin gescheitert. Denn die Sucht und die Angst waren immer größer als ich.

 

Und jetzt?

Mein Besucher hat mir gezeigt daß meine Angst zu sterben noch größer ist als die Angst mich zu verändern. Als die Angst einen neuen Weg zu gehen.

Jedenfalls hoffe ich das.

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32 Gedanken zu “„Es braucht …”

      1. Liebender Thomas

        Als ich ein Wurm
        Des Würmelns satt
        Beschloss ich
        Mich einem Größeren
        Hingebenden die Erdenschwere
        Zu verlassen

        So lud ich den Vogel ein
        Genau an jenem Ort
        Zu jener Stunde
        Augenblick
        Mich Ihm zeigend
        Schenkend ja

        Da trug Er mich fort
        Das ich vergehe
        Und in einem Wesen der Lüfte
        So umgewandelt auferstehe

        dankend
        Dir Joaquim von Herzen

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      2. Hallo Joachim.

        Ich habe lange gebraucht um das Gedicht zu verstehen. Ich habe es vor mir an der Wand hängen, und ich glaube jetzt habe ich es …

        Herzlichen Dank dafür, es bedeutet mir wirklich viel.

        Obwohl es mir Angst macht, die Bilder mich dem Fremden hinzugeben, dem Unbekannten. Denn ich weiß nicht den Ausgang.

        Thomas.

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  1. Lieber Thomas, es braucht vielleicht weniger feste Zeiten, um sich zu ändern, als die Hoffnung, dass es möglich ist. Ich habe für solche Momente einen Satz, an den ich mich halte, wenn Angst kommt oder ich mich festgefahren fühle. Der Satz lautet: Öffne Dein Herz.

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    1. Ja, da gebe ich dir Recht. Ohne Hoffnung daß es möglich ist sich zu ädern klappt es sicher nicht.

      Aber ich bin so, ich brauche feste Zeiten, feste Termine, etwas woran ich mich festhalten kann. Vielleicht bin ich deshalb auch klassischer Künstler geworden, und liebe Mathematik mit ihren klaren Strukturen.

      Und öffne Dein Herz, ja und nein, ja rein theoretisch, nein weil ich es fast nicht mehr kann, fast nicht mehr die Kraft dazu aufbringen kann.

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  2. Die Anthroposophen sagen, dass wir uns alle sieben Jahre verändern (einer der Gründe, Kinder nicht zu früh einzuschulen). Ich konnte im Laufe meines Lebens diese Aussage gut beobachten und ihr zustimmen. Auch außerhalb dieses Zyklus gab es Veränderungen, bewusst herbeigeführte. Es gab aber auch Stillstand, eine absolute Verweigerung jeder möglichen Veränderung. Tja, und nach rund sieben Jahren warf ich wieder eine Haut ab. Wie eine Zwiebel, Schicht um Schicht. Und mir fiel irgendwann auf, dass meine Haut zwar äußerlich dünner wurde, dem normalen Alterungsprozess entsprechend, innerlich aber wuchs und dicker wurde. Sie legte sich um meine Seele und ließ nicht mehr jeden Kummer an sie heran.
    Übrigens habe ich einen sehr sympathischen Tod kennengelernt. Kennst du das Buch „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak? Es ist mein absolutes Lieblingsbuch. Eine ungewöhnliche Erzählperspektive, denn der Tod erzählt die Geschichte. Und ich mag natürlich TOD, den Philosophisch angehauchten und stets in Großbuchstaben sprechenden Sensenmann der Scheibenwelt von Terry Pratchett. Ich hoffe sehr, dass mein Tod eines fernen Tages einem der beiden gleicht.
    Gruß,
    Elvira

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    1. Hallo Elvira.

      Das mit der Veränderung alle sieben Jahre ist ja sogar schon wissenschaftlich bewiesen, also daß sich alle Zellen im Körpfer nach sieben Jahren regeneriert oder verändert haben, also daß alle abgestorben und wieder neu gemacht sind. Das würde auch gut passen, letztes Jahr habe ich meinen sechsten Zyklus fertig gemacht und es ist Zeit für etwas Neues. Nur brauch ich immer etwas länger und wehre mich meist mit Händen und Füßen gegen Veränderungen.

      „Die Bücherdiebin“ kenne ich leider nicht, aber ich glaube ich habe ein Exemplar irgenwo rumstehen, werde mal nachsehen. Obwohl ich mir den Tod nicht sympathisch vorstellen kann. Bzw. ihn persönlich vielleicht schon, aber nicht das Geschenk das er mir bringt.

      Thomas.

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      1. Wenn er so ist wie in der Bücherdiebin, dann ist er menschlicher als jeder Mensch. Es gibt Zeiten, da beschäftigen wir uns ausgiebig mit diesem Thema. Als Kind (aus Neugier und Wissensdurst) in mittleren Jahren (angstbesetzt, nur nicht jetzt), und im Alter erwarten ihn manche sehnsuchtsvoll. Ich dachte vor einigen Jahren, er säße auch an meiner Bettkante. Vielleicht saß er wirklich da. Als großer Bruder von Panikattacken. Seit diese weg sind, habe ich mein Bett wieder für mich alleine.

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    1. Hallo Caroline.

      Ja, das glaube ich auch. Die Richtung ist zwar noch nicht klar, aber wenn man weiß was man nicht mehr will, jedenfalls ungefähr, dann denke ich mir muß ich einfach mal in die Gegenrichtung laufen.

      Und ja, alles gehört in die Tonne. Das kann jeder haben der es will … 🙂

      Thomas.

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  3. Es braucht immer „nur“ den Entscheid, den Ersten, Wichtigen und dann den Mut, dem neuen Weg zu folgen.
    Kein Weg, der sich lohnt, ist einfach, selten kommen wir ohne Blessuren aus, wenn es um die essenziellen Dinge geht.
    Steh auf und setze einen Fuss vor den anderen, du könntest überrascht werden, was noch alles tolles auf dich wartet 😉

    LG

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    1. Hallo Lucy.

      Ja, stimmt, aber manchesmal braucht es Jahre oder länger bis man den Mut hat eine Entscheidung zu treffen. Manchesmal mehr noch als dann den Weg zu gehen.

      Hattest Du auch schon solche Kreuzungen in Deinem Leben?

      Thomas.

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      1. Hi Thomas
        Mein Leben besteht aus diesen Entscheidungen… am Anfang war ich durch Umstände gezwungen, etwas zu tun. Aber die Erfahrung hat gezeigt, dass es ein guter Entscheid war, heute gehört es zur Routine, Ich gehe lieber neben dem Weg, wenn es eine Chance gibt, dass mich das glücklich macht. Vieles davon habe ich aktuell vom Blog genommen, nur die „Seelen kennen keine Zeit“ und „Auferstanden aus Ruinen“ sind noch zu finden. Wobei Letzteres gerade in der Überarbeitung ist.
        Leben, so wie es sein sollte… ich denke das gibt es nicht. Zumindest nicht, wenn man ein eigenes Leben haben will. „Persönlichkeit“ bedeutet eben auch immer, dass man für gewisse Dinge durchs Feuer gegangen ist.
        Ich kann dir nur sagen, dass es sich lohnt. Zumindest ist das meine Erfahrung.
        LG lucy

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      2. Hallo Lucy und danke.

        Aber Leben wie es sein sollte, wieso sollte es das nicht geben? Ich glaube schon daß man vieles erreichen kann, daß man einen großen Schritt in diese Richtung machen kann.

        THomas.

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  4. Die Bewegung der Seele ist langsamer als die des Kopfes – das ist sicher. Ob der schnelle Kopf (Geist?) die Führung übernehmen kann für Seelenbewegungen, bezweifle ich. Die Seele selbst muss sich bewegen — langsam, tastend – und in ein neues Verhältnis zu den Faktoren treten, die das Leben bisher bestimmten. Das Bewusstsein kann dieser Bewegung nachlauschen und sie freudig begrüßen. Das hilft dann. Liebe Grüße

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    1. Das sind schöne Worte. Ich weiß nicht ob sie für mich stimmen. Ich glaube schon daß die Bewegung in beide Richtungen möglich ist.

      Also daß einmal die Seele die Richtung vorgibt und der Geist nachläuft und dann wieder umgekehrt.

      Und schön daß Du hier ein wenig mitliest, das freut mich sehr!

      Gefällt 1 Person

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