Mein Herz spielt …

20161024_092036.jpgMein Herz spielt verrückt. Aber diesmal nicht aus Schmerz über die Welt oder mein Schicksal sondern wegen einiger ganz prosaischer Dinge.

 

Habt ihr auch schon gemerkt daß es einfacher ist absolute Entscheidungen zu treffen als vorübergehende? Das es leichter ist etwas nie mehr zu tun als nur von Zeit zu Zeit?

Jedenfalls, bei mir ist das so. Weil ich mich dann nicht mehr damit beschäftigen muß. Weil meine Gedanken frei werden. Und ich weitergehen kann.

 

Ich habe beschlossen mein Leben zu ändern. In allen Teilen die mir weh tun, in allen Teilen die mich vom Leben abhalten.

Und ich dachte mir, was fällt mir am Schwersten? Was würde ich als letztes ändern? Weil der Verlust so schmerzt?

 

Und ich habe alle meine Zigaretten genommen, sie in eine Schachtel gepackt und weggeworfen. Und mir selbst in die Hand geschworen daß ich mir nie wieder eine Packung kaufen werde. Daß dieses Thema hiermit abgeschlossen ist.

 

Jetzt weiß ich nicht mehr wohin mit meinen Händen. Weiß nicht was ich tun soll wenn ich sitze. Oder warum mein Herz so schlägt.

Ich bin unruhig, gereizt.

Und ruhelos.

Und froh.

 

Rauchen war der erste Schritt.

Aber ich muß weiter.

Schnell, schnell!

 

Alles scheint so langsam. Ich hab so lang geschlafen, so lange im Nebel gelebt, in meiner Nacht. Jetzt will ich endlich raus und frei sein.

 

Der nächste Schritt?

Fasten.

Alles wegtun das nicht Leben ist.

Fasten.

Auf allen Ebenen.

 

Die meisten Menschen glauben Fasten ist einfach nur nichts essen. Aber das stimmt nicht.

Fasten ist ein Verzicht auf alles was uns vom Leben abhält. Ein Besinnen auf sich selbst. Ein Sich Zurückziehen auf das Wesentliche. Seine eigene Seele, seinen eigenen Geist, sein eigenes Sein.

 

„Es braucht sechzig Tage …“

Fasten.

 

Und mein Herz besänftigen.

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21 Gedanken zu “Mein Herz spielt …”

  1. Lieber Thomas,
    wenn du nicht weißt, wohin mit deinen Händen, dann nimm einen Stift und schreibe oder zeichne, alles was dir in den Kopf kommt – je nachdem was dir besser taugt – oder beides. Manchmal wirst du dabei vor dir selbst erschrecken. Aber sei unbesorgt. Nur was in dir ist, kann sich dabei zeigen und manches davon befreit deine Seele und verschwindet danach. Singe es, schrei es heraus. All das, was du auf diese Weise an die Oberfläche bringst, wird dir nie mehr schaden können. Mein jüngster Sohn konnte so seelisch genesen. Wenn du einen Garten hast, hacke, grabe, hilf neuem Leben zu wachsen, blühen und gedeihen.
    Weißt du schon, was das Wesentliche in deinem Leben ist oder willst du es erst durch das Fasten herausfinden? Ist das Zweite der Fall, so schau auf dich, damit du nicht alles eliminierest, auch das, was du für dein Leben und Wohlergehen brauchst. Mach aus deiner Sinnsuche keine Selbstbestrafung.

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    1. Hallo Caroline.

      Danke für den Tipp, gerade das versuche ich hier zu tun. Und Du hast Recht, es tut gut, und ich erschrecke regelmäßig vor mir.

      Ob ich schon weiß was das Wesentliche in meinem Leben ist? Schwer zu sagen. Ich seh einen Teil des Weges vor mir, und ich hoffe den Rest zu sehen sobald ich einen Großteil des Mülles entfernt habe.

      Und ich glaube nicht das es Selbstbestrafung ist, es fühlt sich eher wie ein Freimachen und Davonfliegen an.

      Gefällt 1 Person

  2. mensch thomas, ich lese mich in dich fort. leben ändern. kippen wegwerfen. hände unruhig. gott zur hölle und fasten. ich bin auch zum nichtraucher mutiert und wenn keiner guckt pfeiff ich mir heimlich einen stengel weg. allerdings kauf ich keine kippen, das ist das oberste prinzip. wenn s nix zu rauchen gibt, dann gibt es eben nix. das ist unserer kultur übel, der überfluss, an dem zu ertrinken wir offensichtlich geboren sind. inwieweit die „seele“ unserer ruhm und luxus und was fuchs tun muss für ruhm und luxusgesellschaften zur entfaltung schafft, is alles quatsch. zwar edel ausgearbeitete psychologie, vor der ich meinen hut ziehe, allerdings sozialer humbug. auswege aus einer kranken gesellschaft hat erich fromm (sozialphilosoph) eines seiner wirklich tollen bücher betitelt und liegt bereits schon mehr als 50 jahre zurück, wie fromm unter der erde, gott hab in selig. doch was hat sich geändert? nichts.
    meine lieber freund, geh nicht so hart mit dir ins gericht, geh hart mit dir um, die raucherentziehungskur ist hart, selbst für mich wie für jeden anderen, aber alles auf die eigene schulter schultern, na. du bist wie ich wie viele andere ein kind der zeit und die zeit frisst menschen. nicht umsonst ist die mortalitätsrate in sog. wohlstandsgesellschaften genau dort am höchsten, wo eben nicht gerade die 90% reichtum versammelt sind.

    um hier abzukürzen, klar fängt bewegung im kopf an, aber endet immer in den beinen oder händen. das beste rezept ist liebe, auch wenn sich das fürchterlich scheiße anhört in den spähren der aufklärung, aber biochemisch immer noch das beste rezept. und fasten, na ja, wenn se damit fast food meinst und tv-glotzen, dann mein faste wie die teufel persönlich. aber faste nicht mit menschlichkeit. in diesem sinne – kopf hoch und danke fürs teilhaben deiner gedanken.

    liebe grüße
    pöne

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    1. Hallo Pöne und danke für die vielen Gedankenanreize.

      Fromm habe ich auch viel gelesen, kennst Du auch Gruen? Ich glaube der dürfte Dir auch sehr gefallen.

      Und daß Du keine Zigaretten kaufst und heimlich eine rauchst finde ich wunderbar, einfach so menschlich.

      Und mir gefallen viele Deiner Gedichte / Gedankensplitter!

      Thomas.

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  3. Nicht schnell schnell. Es ist genug Zeit! Schau auf dich! Höre auf dich! Und vertrau darauf, dass das Richtige zum richtigen Zeitpunkt zu dir kommt. Immer ein Schritt nach dem anderen. Dann klappt es auch. Den Anfang hast du ja schon gemacht.
    Jeder Regen beginnt mit ein paar Tropfen!
    Liebe Grüße, Veronika

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    1. Hallo Veronika.

      Ach doch, schnell schnell. Die Zeit verrinnt mir zwischen den Fingern.

      Danke für Deine netten Worte, aber ich stehe mit vierzig am Anfang, dort wo andere mit zwanzig stehen. Daher kann ich nicht mehr langsam.

      Aber Du hast Recht, jeder Regen beginnt mit ein paar Tropfen. Leider auch jede Sturmflut… 🙂

      Thomas.

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      1. Wenn es denn funktioniert!
        Sich mit vierzig mit zwanzigjährigen vergleichen zu wollen kann eigentlich nur schmerzhaft sein, oder? Möglicherweise hast du aber ein gewisses Maß an Erfahrung, das manche Wege abkürzt.
        Sturmfluten sind jetzt eine eher beängstigende Sache – hoffentlich kannst du gut schwimmen.
        Veronika

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      2. Natürlich vergleiche ich mich nicht in allem mit zwanzigjährigen, das wäre doch dumm. Aber ich bin so weit von meinem Weg abgekommen daß ich versuche irgendwo anzuknüpfen. Und das, denke ich mir, liegt irgendwo in der Vergangenheit.

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      3. Ich möchte nicht mehr zwanzig sein. Ehrlich nicht. Ich kann nicht behaupten, dass ich mit beinahe Mitte Vierzig eine großartige Karriere vorzuweisen habe. Aber ich denke, dass ich ruhiger geworden bin und auch besonnener. Mit Zwanzig fühlt man sich unsterblich, will die Welt aus den Angeln heben. Mit Vierzig schmiert man diese Angeln, dass sich die Welt wieder etwas leichter dreht, aber aushebeln will ich sie nicht mehr. Und egal, wie weit du von deinem Weg abgekommen bist, es sind doch Erfahrungen, die du mitnimmst.

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      4. Ich weiß auch nicht ob ich noch einmal zwanzig sein mag. Aber ich vermisse bestimmte Gefühle und eine Energie die ich jetzt nicht mehr habe.

        Aber Dein Bild gefällt mir sehr gut. Nicht die Welt aus den Angeln heben sondern die Angeln schmieren! Das ist schön.

        Und was machst Du außer bloggen? Weil Du meintest Du hast keine Karriere gemacht …

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      5. Naja, keine Karriere… Hm. Damit meine ich, ich habe nie einen höheren Posten angestrebt. Mein Werdegang war sehr geradlinig. Schule, Ausbildung, beinahe zehn Jahre in der Grundlagenforschung als chem.techn. Assistentin, den Lieblingsmann geheiratet, mit ihm zwei Kinder und lange in Karenz, jetzt Teilzeit in einem chem. Betrieb. Das Kreative lebe ich in meiner Freizeit aus.
        Sogesehen keine Karriere, über die man noch in 100 Jahren spricht, aber das passt für mich. Ich muss die Angeln meiner Welt auch immer gut ölen, damit da nichts quietscht. Aber es ist eine kleine überschaubare Welt. Die wirklich große Welt ist in meinem Kopf. 😉

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    1. Hallo Gerry.

      Ich kenne das mit dem zu schwach sein, mehr als zur Genüge. Aber ich habe für mich einen Weg gefunden der mir hilft.

      Zuerst mußte ich wissen wofür. Den Angelpunkt finden und dazu stehen.

      Und dann ist es nur noch Gedankenkontrolle. Ich will eine Rauchen? Dann denke ich an etwas anderes. Ich brauch eine Zigarette? Ich verbiete mir die Gedanken. Und falls Du doch eine rauchst, Dich nicht geiseln dafür und denken jetzt ist sowieso alles egal. Wir sind doch alle Menschen, einfach aufstehen und weitermachen.

      So ist das halt bei mir.

      Thomas.

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  4. „Habt ihr auch schon gemerkt daß es einfacher ist absolute Entscheidungen zu treffen als vorübergehende? Das es leichter ist etwas nie mehr zu tun als nur von Zeit zu Zeit?“

    Einen jeden Tag nötigt das Leben uns Entscheidungen ab. Mit Milch und Zucker, oder schwarz? Mit Gummi oder ohne? Mit der Zeit trägt das Unterbewusstsein die Suchbegriffe automatisch ein, wie beim Internetexplorer. Das ist gut, denn es spart Zeit und Ressourcen, und lösst eigentlich den Kopf frei für die kleinen Wunder des Lebens. Wenn nun aber alle Suchbegriffe falsch besetzt sind, Erleichterung mit Vollrausch, Liebe mit Schmerz besetzt ist, ist es Zeit Verläuf, Cookies, Temporäre Dateien und den ganzen andern Scheiß zu löschen – Tabula Rasa (Auch ein schönes Stück Musik von Freundeskreis) – und der neuen Zeit die Chance zu geben, die offenen Stellen neu zu besetzen. Aber Achtung, das ist auch mehr Arbeit. Künftig müssen die Buchstaben SELBSTFINDUNGSREISE wieder über zehn Finger den Weg auf die Tastatur finden – das dauert unter Umständen länger, ist aber auch effektiver, wenn Liebe plötzlich mit Glück besetzt ist.

    Alles Gute!

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    1. Hallo und danke für Deine Antwort.

      Im Prinzip gebe ich Dir inhaltlich voll Recht, nur daß wir Menschen keine Computer sind und daher Dinge nicht so einfach löschen und umprogrammieren können. Es ist seltsam wie man sich definiert, im Barock als Uhrwerk, im beginnenden Industriezeitalter als Maschine, jetzt als Festplatte die man löschen und neu beschreiben kann.

      Im Inhalt gebe ich Dir Recht, nur ich glaube daß der Weg etwas komplexer und schwieriger ist.

      Liebe grüße, Thomas.

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      1. Ach Thomas, das Leben ist eben keine Allegorie. Das meine wohl so wenig, wie das Deine. Von Herzen sei Dir ein schönes Wochenende gewünscht. Ich hoffe bald wieder von Dir zu lesen. Maria

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  5. Ich bin beeindruckt und freue mich, dass Du meine Website trotz Baustelle, die diese noch ist, zur Kenntnis genommen hast. Mach Mut, weiter dran zu basteln, aber … ich kriege dabei die Krise …. Ich mag Dein Titelbild.

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    1. Hallo Sabine, und ja, das kenne ich.

      Ich versuche auch gerade meinen Blog neu aufzusetzen, aber ich hänge schon dabei die Software runterzuladen und zu installieren. Inzwischen mache ich einfach mit der Gratisseite weiter.

      Und ich versteh Deine Krise, mir geht es genauso!

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