Es gibt eine …

20170129_095507.jpgEs gibt eine wunderschöne Untersuchung von der ich einmal gelesen habe. Leider weiß ich nicht mehr in welchem Buch sie stand, daher kann ich euch nur davon erzählen.

 

Ein paar Forscher hatten die Idee mit einer Gruppe alter  Menschen einen wunderbaren Versuch durchzuführen.

Sie mieteten ein Haus und renovierten es so wie es in der Jugend der Senioren ausgesehen hätte. Tapeten, Vorhänge, alte Fernseher, Möbel und Radios. Dann besorgten sie sich noch alte Wochenzeitungen und Aufnahmen von Filmen und Radioprogrammen aus dieser Zeit.

Und dann zogen die alten Menschen in dieses Haus. Es wurden die alten Zeitungen ausgelegt, im Radio lief Musik und die Nachrichten von damals, alte Filme wurden gezeigt. Und die Menschen wurden dazu angehalten in diese Welt einzutauchen. Pfleger und Insassen trugen Kleidung und Haarschnitte dieser Zeit und versuchten so zu reden und zu leben wie es der Zeit entsprach.

 

Alle gingen sie in dieser Realität auf.

 

Und die Ergebnisse waren unglaublich. Alte, gebrechliche Menschen begannen wieder selbst zu gehen. Geistig verknöcherte Menschen nahmen wieder teil am Leben, am Gespräch mit anderen. Lachen hallte durch die Gänge, es wurde geflirtet, gesungen und getanzt.

Die alten Menschen begannen wieder aufzublühen, ihre Gesundheit wurde besser als durch die jahrelangen Therapien zuvor.

 

Und das alles nur weil sie in die Realität ihrer Jugend eintauchten.

 

Ist das nicht wunderbar?

Und ist das nicht traurig?

 

Es macht mich so traurig.

Und kraftlos.

Und trotzdem macht es Mut.

 

Ich habe das Bild das ich jetzt vierzig bin. Und deshalb alt und gesetzt sein muß.

Oder so sein müßte.

Und deshalb bin ich es auch.

Und ich denke daß es vielen so geht.

 

Aber was wenn das nicht stimmt? Wenn wir wieder jung sein könnten?

 

Nicht kindisch. Nicht kindlich, oder spätpubertierend.

Sondern wirklich erwachsen. Und jung.

Voller  Energie, voller Schwung, voller Kraft und Eleganz. Voll mit dem Enthusiasmus und dem Vertrauen junger Menschen? Voller Glauben daran daß diese Welt ein schöner Ort ist? Und wir sie verändern können?

Und trotzdem erwachsen sein?

 

Was wenn alle Bilder lügen?

Wenn alle nur gemacht sind um uns klein zu halten?

Die von außen?

Und die von innen?

Was wenn alle Bilder lügen?

 

Auch dieses?

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26 Gedanken zu “Es gibt eine …”

    1. Weißt Du, ja und nein. Im Leben sicher noch, aber wenn ich mir all die jungen Musiker anschaue die auf der Bühne sitzen, und wenn ich mich erinnere wie ich vor zehn Jahren spielte und wie es jetzt aussieht, da fühle ich mich richtig alt.

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  1. Was ist denn Wahrheit? Das innere Erleben, oder das, was von anderen, von außen verifiziert wird? Und was kreiert denn das ‚Außen‘? Unser inneres Erleben nach außen projiziert. Und was, wenn dieses innere Erleben nicht von unserer Mitte genährt wird, sondern von außen?
    Dann leben wir in einer Welt voll Unzulänglichkeiten und Unsicherheiten. Wo z.B. von außen definiert wird, was *jung* ist und was *alt* ist.
    Das ist nicht meine Welt…

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    1. Hallo und danke für die Antwort.

      Ich glaube ich verstehe was Du meinst, auch weil ich mir schon einige Gedanken dazu gemacht habe.

      Aber das Außen ist vom Innen nicht so leicht zu trennen. Wir alle haben eine Geschichte und sehen alles durch sie. Was wenn wir als Kind vertauscht wurden und in einer anderen Familie aufgewachsen wären. Würden wir dann die Welt nicht ganz anders sehen? Und wäre dann nicht auch unser Inneres ganz anders?

      Damit kämpfe ich. Und ja, in einer anderen Welt würde ich mich noch jung fühlen.

      Aber das ist nun mal unsere Welt in der wir leben.

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      1. Natürlich sind Innen und Außen verknüpft!
        „das ist nun mal unsere Welt in der wir leben“ – find ich zu fatalistisch. Du hast Macht über dein Inneres, und das hat Macht über das Äußere.
        Und ja, das Äußere hat unser Inneres geprägt, am tiefsten, als wir verletzlich und voller Vertrauen waren. Drum können solche supertollen Texte, wie ich sie hier ablasse, auch sehr nerven, weils alles nicht ganz so einfach ist, mit der Macht übers Innere. X) Hoffe du siehst mir das nach – ich lass jetzt nämlich noch einen Ratschlag raus: Vermeide eine Woche (oder länger, am besten für immer…) konsequent das Wort „aber“. Ersetze es, wann immer es geht, durch „und“, und wenn das nicht geht, durch ein anderes Wort.
        (Ich übe das selber und es ist nicht so einfach, vor allem beim Reden. Ich erschrecke immer mehr, wie oft ich „aber“ verwende. Und gleichzeitig sehe ich, wo ich Gegensätze und Hilflosigkeiten schaffe, wo keine notwendig sind.)
        =)

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      2. Warum sollte ich das Wort „aber “ vermeiden?

        Manchesmal ist es doch das richtige Wort. Und ich erschaffe die Gegensätze doch nicht indem ich mit Sprache darauf hinweise?

        Oder verstehe ich das jetzt ganz falsch?

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  2. Nur so eine Idee: Vielleicht sehnst Du Dich nach dem, was Du mit Alter verbindest und noch nicht erreicht zu haben scheinst. Ich hätte gerne etwas, das ich Enkeln erzählen könnte; mir kommt es manchmal so vor, als hätte ich nicht das erlebt, was ich hätte erleben können (abgesehen davon, dass ich ja noch nicht mal Kinder habe). Zum Glück fällt mir dann aber immer wieder ein, dass mein Leben nicht soooooo langweilig war und dass ja noch ein paar Jahre vor mir liegen …

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    1. Ja, ich sehne mich auch nach dem was ich mit Leben verbinde. Vor allem Lebendigkeit, ein angekommen sein und aufgehoben fühlen in der Welt, für mich und die die um mich sind.

      Und davon bin ich weiter entfernt als je. Und das ist bitter zu sehen …

      Schön daß Dein Leben nicht langweilig ist, lese mich gerade durch Deinen Blog um zu erfahren wieso! 🙂

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  3. Das ist ein schöner Ansatz. Rollenspiel (im Grunde ist es das, was im Altersheim gemacht wurde. Na gut, in dem Fall vielleicht eher Reinactmenr 😀 ) kann viel bewirken. Die Erfahrungen, Gefühle, Schlüsse, die daraus hervorgehen, sind dennoch real. 🙂

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    1. Ich habe ja gelesen daß das Gehirn nicht zwischen gedachten Bildern die mit Emotionen besetzt sind und der Realität unterscheiden kann. Damit arbeiten ja auch viele Sportler usw.

      Und in dem Altersheim haben sie das auf die Spitze getrieben!

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  4. An manchen Tagen fühle ich mich wie eine 20 Jährige und an manchen wie eine uralte Frau Ich denke das es vielen Menschen so geht. Alter bzw. älter werden ist kein Weltuntergang, Man sieht das Leben entspannter als mit 30 oder 40😊

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    1. Hallo Sabine. Das ist schön. Es geht sicher auch darum wie man sich fühlt. Und ich habe schon öfters davon gelesen daß die Menschen im Alter immer glücklicher werden. Ich warte noch darauf …

      Thomas.

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    2. Liebe Sabine, lieber Thomas,

      als junge, naja, jüngere Frau sagte mir jemand ein Sprichwort, von dem ich 2/3 vergessen habe. Es begann mit: und in den 20ern lernst Du Deine Lektionen.

      In den 30ern suche ich Mal wieder meinen Platz in der Welt. Ich bin noch nicht lange WordPresser, ein Schreiberling schon sehr viel länger, und fühle mich in euren Worten oft zu Hause.

      Dass die Welt für einen alleine zu groß sein könnte führt mihc zu dem Wunsch für euch, und mich, den Partner zum Teilen zu finden. Denn Glück ist das einzige, das nicht verliert, wenn man es teilt, es exponiert sich.

      Danke, dass ihr eure Gedanken teilt. Das ist mein Glück.

      Maria

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  5. Ich denke Bilder sind sehr wichtig für unser Leben. Erinnerungen die mit Gefühlen verbunden sind. Uns erinnern an unsere Ziele und und eine Vision von einer Zukunft geben die uns motiviert etwas aus unserem Leben zu machen. Danke für die Idee mit dem Altersheim. Sie ist genau das was alte Menschen brauchen. War erst letzte Woche Volksliedersingen und man sieht das Leuten in ihren Augen wenn sie die alten Lieder aus ihrer Jugend hören. Wünsch dir viele tolle Bilder die dich motivieren weiter zu machen.

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    1. Hallo Michaela.

      Gerne. Ich glaube auch daß das alten Menschen gut tun würde. Immer, überall. Vielleicht tut ihnen daher auch das Erzählen so gut. Vor allem das erinnern daran daß sie auch Menschen sind, vollwertige Menschen, mit Gefühlen, Erinnerungen, Gedanken und auch noch Zielen im Leben.

      Thomas.

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  6. Wie heißt es doch so schön: Man ist so alt wie man sich fühlt. Mal fühle ich mich wie mit einem Fuß im Grab und mal wie ein quietschlebendiger Teenager. Ich bin weder das eine noch das andere, aber ich bin! Und vor allem lasse ich mir nicht vorschreiben, in welchem Alter ich mich wie zu verhalten habe. Wozu führt es: Ich werde meist jünger eingeschätzt als ich bin. Strike! ;o)

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    1. 🙂 Das gefällt mir!

      Ja, in meinem Kopf überlagern sich auch die verschiedenen Altersabschnitte. Manches kann ich noch nachvollziehen, vieles nicht mehr.

      Aber im Traum bin ich manchesmal noch ganz bei dem der ich einmal war.

      Ich weiß auch nicht was ich genau sagen will, verstehst Du es trotzdem?

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  7. Uns wird immer gepredigt, dass wir nicht in der Vergangenheit sondern im Hier und Jetzt leben sollen. Ein Hier und Jetzt gibt es nicht. Während ich diese Wörter tippe, sind sie schon Vergangenheit. Die Vergangenheit macht uns aus, macht uns zu dem, der wir sind. Und echt mal, die Zeit um die 40 herum war meine schönste. Noch nicht „alt“, nicht mehr ganz jung, perfekt!

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    1. Ja, das mit dem Hier und Jetzt leben habe ich auch noch nicht verstanden und vor allem noch nie geschafft.

      Aber ich glaube es ist die Konzentration auf den jeweiligen Augenblick gemeint. Daß man nicht immer im Kopf woanders sein soll sondern eine Sache tun, und dann die andere.

      Gefühlsmäßig verstehe ich das. Denn dann hat man mehr vom Leben und ist nicht immer getrennt von allem.

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  8. ich lese Dich jetzt seit 3:30

    Deine getweeteten Zitate verstehe ich. Manche Blickwinkel verstehe ich.

    aber woher die Bitterkeit?

    in erster Linie bist Du doch ein Mensch mit der Fähigkeit zu Gedankengenuss. du streckst Deine Arme aus wie ein Suchender, aber keine Antwort bringt Dich dort hin, wo Du meinst sein zu wollen. warum?

    vielleicht ist die Welt, die Dir Dein Inneres so vorzuschwärmen scheint nichts anderes als eine Chimäre aus Lieblings-Utopie und -Literatur?

    egal wie Du gehst: Du bewegst Dich durch eine von Dir selbst gefilterte Welt. andere Menschen beeinflussen den Filter, solange sie bei Dir sind, aber letztenendes ist es Deiner.

    Du hast eine Freiheit, die nicht viele haben. Du kannst Deine Sorgen und Freuden überall hin tragen. Du kannst Dich von Gesetzen lösen. Regeln brechen. Distanzen überbrücken und die Einsamkeit feiern.

    keine Antwort wird Dir helfen, solange hilflos zu sein Dir etwas gibt, was Sicherheit nicht kann.

    von außen betrachtet hat es allerdings etwas egozentrisches, mit 40 damit zu hadern, erwachsen zu sein. denn das bist Du. erwachsen. nicht alt.

    *sfzt

    Du hast einen Nutzen aus dem Leid, das Du spürst. such denn mal, wenn Du weiterkommen willst. Deine eigene Anerkennung für Dich als Mensch ist die Grundlage für innere Ruhe.

    liefs,
    Minusch

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    1. Hallo Minusch und danke für Deine klaren Worte.

      Vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt, ich hadere nicht damit erwachsen zu sein sondern genau mit dem Gegenteil, nämlich noch nicht wirklich erwachsen zu sein.

      Und der Rest, ja, er stimmt. Ich habe mich lange in meiner Hilflosigkeit eingeiigelt. Und warum? Das kann ich aus meiner Geschichte erklären, soweit man das selbst kann. Aber ich verstehe es.

      Deshalb auch meine Bitterkeit. Ich sehe es schon, ich trauere um die verlorene Zeit in der ich es auch gesehen habe, aber ich bin bis jetzt noch nicht stark genug, noch nicht erwachsen genug um den Weg zu gehen von dem ich weiß daß er der richtige ist.

      Thomas.

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