Maria hat …

20170525_122050.jpgMaria hat mir geschrieben:

„Bitte lies und schreib – nicht nur egoistisch mich sondern im Allgemeinen. Du weißt vielleicht wie das in der Unendlichen Geschichte war, als das Nichts sich ausbreitete weil die Kinder nicht mehr lasen?!“

 

Ja, ich erinnere mich. Ich hatte es vergessen. Aber jetzt weiß ich wieder.

Das Nichts hat sich ausgebreitet und alles verschlungen. Weil die Kinder nicht mehr gelesen haben und mit ihrer Phantasie und ihrer Seele die Geschichten und die Figuren am Leben erhielten.

Das ist ein schönes Bild.

Das ist ein schreckliches Bild.

 

Was tun wir unseren Kindern an wenn wir all das sterben lassen? Musik. Literatur. Das Singen der Welt.

Wenn wir unser Leben mit Essen und Trinken und Unterhaltung aus dem Netz verbringen? Wenn wir geistlos auf unsere Handys starren und uns alles andere nicht mehr wichtig erscheint?

 

Wir erhalten die Geschichten nicht mehr am Leben.

Wir erhalten die Musik nicht mehr am Leben.

Wir lassen die Menschlichkeit sterben.

 

Aber haben wir nicht die Verantwortung für die Menschen die nach uns kommen?

Und vor allem gegenüber den Kindern die uns schutzlos ausgeliefert sind?

 

Ich weiß daß das Leben hart ist.

Ich weiß aber auch daß jeder von uns mehr tun muß. Mehr als sich vollzustopfen und alles reinzufressen was die Welt uns gibt.

Und ich weiß daß ich noch mehr tun muß.

 

Wieder zurück gehen.

Mein Leben, meinen Geist wieder frei machen. Wieder Schönheit und Kunst in mein Leben lassen.

Weil nur das uns retten kann.

 

Ich weiß nicht, vielleicht sind das nur romantische Träumereien.

 

Aber ich glaube daß uns nur die Geschichten retten können. Der Kontakt zur Schönheit. Zu wahrer Kunst und Kultur.

Ein sich wirklich damit beschäftigen, ein sich darauf einlassen. Nicht nur geistig sondern mit der ganzen Kraft der Seele. Als ganzer Mensch.

 

Was können wir tun?

Was kann ich tun?

 

Ich kann versuchen mit meiner Musik dagegen anzukämpfen.

Wenn ich jemals wieder spielen kann.

Ich weiß nicht.

 

Aber was kann ich tun?

Ich bin mir nicht sicher.

Ich kann nur meinen Weg weitergehen.

Und beschreiben.

 

Wieder zurückgehen.

Zur Musik, zu den Geschichten. Zum Träumen und Singen.

Und hoffen daß mich ein paar Menschen begleiten.

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12 Gedanken zu “Maria hat …”

  1. Es geht mir nicht gut, aber Du inspirierst mich. Dank den Worten der Hoffnung, die mich erinnern ließen, dass die Woche, die seit Geraumem von mir abfällt, so viele melodische Erinnerungen in sich trug, und auch neuerliche Klangteppiche in Mitten der Stadt, dass ich schwerlich nur behaupten kann, das Nichts breite sich berechtigt aus, nach dem Abfallen der Stadt, der Arbeit, der Sorgen und Nöte, der Klamotten und des bewussten Sein. Versunken bin ich, doch heute ohne Musik.

    Du klingst beschwingt, ein wenig tapsig, wenn ich das so sagen darf, auf Deinem Weg in einen bewegten Sommer. Ich freue mich, Dich so zu sehen.

    Maria

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      1. Hey Thomas,

        danke der Nachfrage! Das hilft.

        Ich befasse mich musikalisch zum zweiten Mal in diesem Leben mit den Alben Geteiltes Leid 1 bis 3. Nun ist Moses Pelham musikalisch nicht jedermanns Sache, aber ohne ihn hätte ich es nicht geschafft. Seine Worte und Beats sind an manchen Tagen das einzige, was mich aufrecht hält.

        Ich mag meinen Job, aber das Geld reicht zum Leben nicht aus. Ich hasse die Wirtschaftsethik meines Chefs, und beginne den Menschen zu mögen. An vielen Tagen lasse ich mein Hirn auf dem Schreibtisch zurück und bin nach Feierabend, wie auf Autopilot – sehr veränderungs- und störanfällig.

        Des Abends sitze ich seit geraumer Zeit mit einem alten Mann immer auf derselben Bank, und wir sprechen über das Leben und die Menschen. Oder spielen Musik – jeder aus seiner Zeit.

        Zu Gunsten dieses sozialen Luxus habe ich das restliche Leben aufgegeben. Ich suche keine Wohnungen mehr, führe keine Privatbuchhaltung mehr, und laufe keinen anderen Menschen mehr hinterher zwecks Sozialseins.

        Auf mich zu kommt niemand.

        Wie Du liest, bin ich da sehr festgefahren. Aber ich lese seit Kurzem wieder Zeitung, und mache mir Gedanken um ein größeres Ganzes. Das ist weniger egoistisch, und auch weniger aufreibend. Die drängenden Probleme löst das nicht.

        Ich freue mich immer, wenn Du oder ein paar andere, denen ich folge, schreibt. Dann gibt es in meiner Einsamkeitsblase eine neue Möglichkeit des Austausches.

        Ich schäme mich für zu viel Text und sende ihn trotzdem. Wwißt Du, mit wem ich oft im Geiste eine rauche und altkluge Gespräche führe? Helmuth Schmidt.

        Lass es Dir gut gehen, und Dank der Frage!
        Maria

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  2. Als Bastian die immer weinenden Acharai (?) in die ständig lachenden Schlamuffen verwandelte, verloren sie ihren Lebenssinn und wurden total verrückt. Mit jedem Wunsch verlor Bastian außerdem einen Teil seines wirklichen Lebens. Wie heißt es so schön: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Ich füge gerne hinzu: oder sein Untergang. Was aus unseren Wünschen wird oder ob sie wirklich unserem wahren Willen entsprechen – können wir am Anfang ja nicht wissen. Aber unsere Wünsche führen zu keinem Verlust. Das Wundervolle ist doch, dass wir unsere Wünsche – egal, ob sie sich erfüllen oder nicht – jederzeit ändern oder immer neue Wünsche haben können. Und wenn ich mir viel wünsche und nur die Hälfte bekomme, ist das doch mehr, als wenn ich einen Wunsch habe, der sich nicht erfüllt. Also: Wünsch Dir was und dann noch mehr!

    Gefällt 2 Personen

    1. Ja, ich wünsche mir sehr vieles. Oder weniges, denn alles ist sich so ähnlich. Wie man es ansieht.

      Aber man verzettelt sich leicht. Wie ein Schmetterling der von Blume zu Blume fliegt.

      Aber wie war das mit Bastian? Er verlor einen Teil seines wirklichen Lebens durch sein Wünschen?

      Ich glaube ich kann mich nicht mehr richtig erinnern…

      THomas.

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