„Ja, ich kenn …

20170131_083137.jpg„Ja, ich kenn die ganzen Floskeln und Ausreden bis zum Überdruß.
Aber.
Die Welt war früher wirklich viel, viel schöner als heute.“

 

Und damit meine ich nicht daß in meiner Jugend alles besser war. Weil ich jünger war und mehr Träume hatte. Mehr Freude und Hoffnung auf ein erfülltes Leben.

So alt ist mein Kopf noch lange nicht.

 

Was ich meine ist ein wirkliches Früher.

Früher, vor unserer Zeit.

Und vor deren Zeit.

Und davor.

 

Natürlich gab es schon immer Leid. Hunger und Krankheit. Vielleicht sogar mehr als heute.

Aber trotzdem.

Trotzdem war die Welt schöner.

Vielleicht nicht zu jeder Zeit und an jedem Ort.

Aber die Welt als Ganzes war viel, viel schöner als heute.

 

Warum ich das sage?

Weil die Menschen noch Menschen waren. Weil sie noch lebendig waren.

Weil die Menschen ihr Gegenüber noch kannten und aufeinander angewiesen waren. Weil sie füreinander da waren und lebendige Werte teilten.

 

„Wir haben das Meer und die Schönheit und die Liebe eingetauscht
gegen vierundzwanzig Stunden Shopping und eine billige Flatrate.“

 

Ja. Ja. Und noch mal ja.

Ist das nicht die Wahrheit? So viele Dinge sind heute verschwunden. So viel Freude, so viel an Leben und Klarheit.

Man sieht es schon an Kleinigkeiten, jeden Tag.

 

Früher sahen sich die Menschen in die Augen und sprachen miteinander anstatt mit ihrem Smartphone.

Oder verbrachten ihre Freizeit nicht zur Gänze vor dem Fernseher.

Oder gewannen ihre Freude aus Büchern und Festen und dem Miteinander lachen mit echten Menschen.

 

Ich weiß nicht, heute haben wir vielleicht weniger Krankheiten und einen größeren Reichtum als jemals zuvor. Wir frieren nicht, wir müssen unsere Nahrung nicht jagen und haben vielleicht mehr Freiheit als jemals zuvor.

 

Aber das ist nur die eine Seite der Medaille.

Denn wir haben einen wichtigen Teil unserer Seele aufgegeben.

Den Teil der Schönheit in unser Leben brachte. Den Teil der uns Freude brachte. Mitmenschlichkeit. Ein unbedarftes Genießen von Leben und Kunst.

Den Teil der uns erst zu Menschen machte.

 

Wir haben all das verschenkt, wie Eingeborene, für ein wenig buntes Spielzeug.

Advertisements

45 Gedanken zu “„Ja, ich kenn …”

  1. Da kann ich Dir nur recht geben, wobei ich nicht denke, dass es zu jeder Zeit früher besser war, aber gerade in den 70igern und 80igern, fand ich das Leben richtig cool. Ich wäre gerne in dieser Zeit aufgewachsen und bin aber froh, dass ich noch zu den Kindern gehöre, die draußen gespielt haben und erst mit dreizehn ihr erstes Handy hatten.
    Liebe Grüße
    Angelina

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Angelina.

      Ja, damals war das Leben auch cool. Vor allem war die Welt um so vieles kleiner. Und das war so gesund für Kinder!

      Und natürlich war die Welt nicht zu jeder Zeit und an jedem Ort schön und gut.

      Aber in den letzten Jahren gab es eine so starke Veränderung, und ich glaube nicht daß die gesund für die Menschen und die Menschlichkeit ist.

      THomas.

      Gefällt 1 Person

  2. Nein, ich kann dir nicht völlig zustimmen. Es gab zu jeder Zeit Menschen, die zusammenhielten und sich kannten und füreinanderleben da waren. Für diesen Zusammenhalt schlugen sie aber der Gemeinschaft im Nebendorf die Schädel ein, wenn sie Gefahr für sich selbst sahen. Das war seit Anbeginn der Menschheit so. Die Angst um die eigene Existenz und dieWeitergabe des eigenen Erbguts waren und sind tiefliegende Instinkte. Das ist im Mikrokosmos ebenso wie in großen Gemeinschaften. Politik und Religion sind weitere treibende Kräfte. Es liegt an jedem Einzelnen von uns, wie wir die Weltsehen, nach welchen Überzeugungen wir leben, wieviel Humanität wir leben wollen. Wenn eine stillende Mutter nur auf ihr Smartphone schaut, können wir schon erahnen, wie wenig Empathie sie weitergeben wird. Dann sehe ich mir aber die Familie an, die mit ihren Kindern spielt, die miteinander reden und auch zuhören. Die Bücher lesen, gemeinsam musizieren und Theater und Ausstellungen besuchen. Die oft in die Natur gehen. Meine Söhne leben solch ein Leben.
    Ich fand früher auch einige Dinge schöner als heute. Aber eine ideale Welt gab es nie und wird es nie geben. Wie du schon geschrieben hast, selbst die Eingeborenen, die bis dato ihr mehr oder weniger gutes Leben führten, waren bereit, es gegen bunte Perlen einzutauschen. Auch das ist urmenschlich. Vielleicht war die Welt noch schön, bevor der Mensch sich entwickelte. Denn die Tiere kämpften und töteten wirklich nur für das Bestehen ihrer Art.
    Liebe Grüße,
    Elvira

    Gefällt 8 Personen

    1. Hallo Elvira.

      Danke daß Du Dir immer Zeit nimmst so ausführlich zu antworten.

      Ich glaube ich verstehe was Du meinst. Aber ich bin mir nicht sicher ob das stimmt. Ich weiß es einfach nicht.

      Ich habe irgendwo einmal gelesen daß es früher so wenig Menschen auf der Welt gab daß sie schon alleine wegen Weitergabe des Erbgutes nicht alle feindlich untereinander sein konnten.

      Und das denke ich mir auch.

      Und ich denke nicht daß der Mensch im Innersten schlecht ist. Sondern ganz im Gegenteil. Ich glaube daß der Mensch im Innersten gut ist. Und ein schönes Leben will. Auch für andere.

      Und ich glaube nicht daß Menschen Streit wollen, oder Krieg, oder Macht. Jedenfalls gesunde Menschen nicht.

      Thomas.

      Gefällt 1 Person

    2. Ähnliche Gedanken gehen mir auch gerade durch den Kopf. Ich kenne so viele tolle Menschen und ich lebe so gerne mein Leben. Es gibt viel Leid auf der Welt, aber das hat es schon immer gegeben und ich wage nicht zu beurteilen, welche Zeitalter besser waren. Es gibt auch heute noch beides: Schönes und Schreckliches. Ich frage mich allerding häufig: Was kann ich tun, damit es gerechter zugeht? In diesem Punkt fühle ich mich hilflos, denn ich kann natürlich nicht die Augen davor verschließen und manchmal schlägt mein Gewissen, weil es mir und meinen Kindern so gut geht. Ein Grund für große Dankbarkeit.

      Gefällt 1 Person

      1. Ja, es gibt auch heute Schönes und Schreckliches.

        Und vielleicht ist es uns nur bewußter. Weil wir es täglich sehen, oder sehen könnten.

        Und vielleicht stumpft das auch ab. Das Leid, das Wissen darum, und die Hilflosigkeit.

        Und ja, wir alle könnten viel viel dankbarer sein. Da gebe ich Dir Recht.

        Gefällt 1 Person

      2. Wir kriegen heute alles weltweit live mit, schlechte Nachrichten verbreiten sich in Sekundenschnelle. Manchmal habe ich einfach keine Lust mehr, Nachrichten zu schauen. Ich muss mich abschotten, um stabil zu bleiben. Manchmal frage ich mich, warum das Schöne und Gute so wenig Nachrichtenwert hat. Ich glaube daran, dass es genau so viel Positives wie Negatives gibt, auch wenn es schwer fällt. Wahrscheinlich mache ich mir etwas vor! Aber für mein kleines Umwelt stimmt es: das Gute und das Doofe sind in etwa gleich verteilt.

        Gefällt mir

      3. Wir können nicht alle Ungerechtigkeit in der Welt bekämpfen, natürlich nicht. Aber in unserem Mikrokosmos ist das durchaus möglich. Wenn die Kinder darüber aus der Kita, der Schule, dem Verein o.ä. berichten. Wenn eine Kollegin gemobbt wird. Wenn ein dunkelhäutiger Nachbar rassistisch beleidigt wird. Dann können wir etwas tun. Wenn alle Menschen das täten, wäre immerhin schon die halbe Welt gerettet. Und ja, ich bin jeden Tag dankbar dafür, dass es uns, meinen Kindern und Enkeln so gut geht.

        Gefällt 1 Person

  3. Natürlich gab es in jedem Jahrhundert grauslige Zeiten, harte Zeiten. Aber bei Betrachtung der letzten 40 bis 50 Jahre stimme ich Thomas zu. Seit der Jahrtausendwende nimmt Konkurrenzdenken auf allen Ebenen zu sowie auch die Ich-Bezogenheit und soziale Isolation. Alles wird bewertet, meist negativ, und gegeneinander aufgerechnet. Das ewige Jammern ohne den Willen, wahre Verantwortung zu übernehmen ist ätzend. Für ganz normale menschliche Handlungen getadelt oder ausgelacht zu werden ebenso. Aber das ist wohl die Konsequenz im neo-liberalen Zeitalter – globale Gefühlstaubheit und Unmenschlichkeit. Das war in den 70ern bis 90ern anders.
    Die gute Nachricht: Man muss sich dem nicht unterwerfen, kann sich Inseln schaffen, sich selbst treu bleiben und das an seine Kinder, seine Umgebung weitergeben. Es ist heilsam zu beobachten, wenn diese ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches und glückliches Leben führen.

    Gefällt 3 Personen

      1. Lieber Thomas, schwer fällt es mir, wenn ich spüre, dass ich mich im Alltag gezwungenermaßen mit diesem Ego- und Konsum-Kult, der Schnelllebigkeit, Nüchternheit meiner Umwelt auseinandersetzen muss und mich dem nicht gänzlich entziehen kann. Mit Schrecken stelle ich zudem fest, dass für mich persönlich alles zunehmend unästhetischer und hässlicher in der Welt zu werden scheint. Umso leichter fällt es mir deshalb andererseits, im Privaten die für mich so bedeutsame Poesie des Lebens aus voller Überzeugung zu leben und mich Menschen zuzuwenden, die ähnlich veranlagt sind. Man muss sich, wie es hier bereits gesagt wurde, Inseln im Alltag schaffen und diese kultivieren, egal, was andere davon halten.

        Mit herzlichem Gruß
        Constanze

        Gefällt 1 Person

  4. Die Vergangenheit scheint stets einen Tick feierlicher und nobler zu sein als die Gegenwart, das ist der Trick der Vergangenheit. Damit schlägt sie sich durchs Leben, davon lebt sie, und sie lebt davon nicht schlecht. Am schlechtesten schneidet die Zukunft ab. Die hat überhaupt kein früher zu bieten, nicht mal ein jetzt. Die Zukunft ist ein armes Würstchen.

    Gefällt 5 Personen

    1. Du spielst da auf die Erinnerung des Einzelnen an. Ja, so gesehen kann das schon stimmen, hängt sehr vom einzelnen Menschen und seiner Aufrichtigkeit ab.

      Aber.

      Die Welt hat sich wirklich sehr stark verändert. So stark wie seit der industriellen Revolution nicht mehr. Nur viel schneller. Und ich kann nur sagen daß ich damit nicht nur glücklich bin.

      Gefällt mir

      1. Euch beide zu lesen macht mich nachdenklich. Auch ich mache mir Gedanken, über das nähere und fernere Gestern, und die Umstände, die den Mensch zum Menschen machen. Theorien habe ich viele, die ich euch aber nicht alle aufhalsen will.

        Was ich jedoch erzählen will, ist die Geschichte meiner Großeltern. Beide Preußen, geboren in eine Weltzeit als einfache Bauern, Kinder einer Generation, einer Lebensart, die sehr viel älter war, als das System, das sie umgab – die 30er Jahre in einem Landstrich, den ich voller Lieber die westpolnische Pampa nenne. Bauernkinder der Generation Hitlerjugend in einem vergessenen, oft überrannten Teil Deutschlands, dann Enteignete, aus der Kirche Ausgetretene, Schwester, Bruder, dann Eheleute, Vater und Mutter, Kleingärtner in der DDR angekommen. Dann Wendegewinner, Hausbauer, Großeltern, Nachbarn, freie Wähler. Sie haben so viele Systeme und Ideologien überlebt und sich selbst, und einander dabei nicht verloren.

        Von wie vielen Menschen meiner Generation kann ich das behaupten?

        Ich denke, und Thomas, bitte verzeih, wenn ich mich wiederhole, aber es geht wieder um das Nichts, das sich ausbreitet, wenn die Kinder nicht mehr lesen. Irgendwie bin ich das fest gefahren – jede Zeit birgt ihe Wunder. Man muss sie nur sehen, und Menschen finden, sie zu teilen.

        Euch beiden viel Freude(n), auch Glück, Liebe und Weisheit auf diesem Weg!
        Gruß,
        Maria

        Gefällt 1 Person

  5. Lieber Thomas!
    Ich kann es nicht lassen 🙂
    ABER……………. Die Welt war früher wirklich viel, viel schöner als heute.
    Warum war sie schöner?
    Es war halt ein bissal gemütlicher, wie der Wiener so schön sagt.
    Es gab kein Internet, keine Handys, keine Smartphones, keinen Laptop, keinen Computer, keinen Fernseher oder maximal einen Schwarz/weiß, Farbe war noch nicht leistbar.
    Die Nachrichten hörte man am Radio und ORF gab es ab 17 Uhr und der Sendeschluss war täglich spätestens um Mitternacht.
    An aktueller Tageslektüre gab es Kurier, Krone, die Presse und ……………..
    Ich versuche die Vergangenheit nicht zu glorifizieren mit dem achhhhhhhhhhhh es war alles besser. Wenn man ehrlich ist, weiß man das dies nicht so war.
    Ich fand es nicht cool das alkoholfreie Getränke teurer waren als alkoholische…….
    Ich fand es nicht cool das die letzte Straßenbahn um 22.45 vom Jonas Reindl nach Dornbach fuhr. Das hat meine Abendgestaltung sehr beeinflusst.
    Ich fand es nicht cool als Jugendliche, das es in Ottakring für junge Menschen nichts gab. (Fortgehtechnisch)
    Ich fand es nicht cool das ich für meinen Ferialjob im Sommer immer um 4.15 aufstehen durfte, damit ich den ersten J Wagen erwischt habe zur Stadionbrücke.
    Ich fand es sicherlich nicht cool, das wir noch ein 4tel Telefon hatten und nicht ein ganzes 🙂
    Ganz zu schweigen von der Mode……… die war grauenhaft
    Früher hättest du dich mit deinen Freunden getroffen und nicht per Blog mit wildfremden Menschen kommuniziert.
    Früher hättest du deine Wohnung verlassen müssen um am Leben teilnehmen zu können.
    Jetzt kannst du dich gemütlich hinter dem PC/Laptop/Smartphone verschanzen und auf hohem Niveau raunzen wie schlecht die Gegenwart ist.
    Ich würde mal Gartenarbeit fürs Gemüt empfehlen.
    Liebe Grüße
    Sabine

    Gefällt 3 Personen

    1. Hallo liebe Sabine.

      Fandest Du die Welt früher schöner oder nicht? Natürlich war sie ungemütlicher, aber, wie ich meine, dafür war sie lebendiger. Wir mußten zwar früher aufstehen, dafür sahen wir den Morgen. Und der letzte Zug fuhr zwar früher, aber dafür genossen wir alles bis auf die letzte Minute.

      Was mir vor allem auffällt ist daß die Welt nicht mehr so schön ist. Die Farben kommen mir blasser vor. Und ich höre weniger Vögel singen. Und die Menschen lachen nicht mehr, alle hetzen unfroh durch die Straßen. Und ich sehe kaum noch Kinder spielen.

      Und, gestern habe ich mir zwei Hochbeete gebaut. Das war wirklich schön.

      Thomas.

      Gefällt 3 Personen

      1. Lieber Thomas,
        die Vergangenheit hatte ihren Reiz, keine Frage. Der Vorteil am Jetzt ist eindeutig für mich mit JA zu beantworten. In der Vergangenheit würde ich nicht mehr leben. So einfach……… die Medizin war in der Vergangenheit noch nicht so weit wie jetzt. Jetzt kann ich dank der Medizin leben und meinen Alltag aktiv gestalten. Ich kann nicht mehr in ein Flugzeug einsteigen und wegfliegen, ich kann meinen Beruf nicht mehr ausüben, das Bedauere ich sehr. Ich kann trotz meiner Einschränkung aktiv mein Leben planen und genießen.
        Was mich meine Erkrankung gelehrt hat ist, man muss achtsam mit sich selbst sein, den Menschen die einem Wichtig sind und mit seiner Umwelt. Die Farben strahlen genauso wie in der Vergangenheit, man muss ihnen nur die Chance geben sie bewusst zu sehen. Die Vögel zwitschern unverändert, wenn man ihnen die Chance für einen Lebensraum bietet. Englischer Rasen, Thujen, Buchsbaum sind halt nicht geeignet für eine Artenvielfalt. 🙂
        Deine Hochbeete werden dir noch viel Freude bringen. Es ist für mich täglich spannend Mutternatur beim Wachsen zu zuschauen.

        Liebe Grüße
        Sabine

        Gefällt 1 Person

    2. Liebe Sabine,

      in jeder Zeit gab es Menschen, die einsam waren. Suchende, die allein reisten oder lebten. Man(n) sucht sich das nicht immer aus! Ich empfand Deinen Beitrag heute leider als so untreffend falsch, dass ich nicht einmal las, ob und was Thomas selbst zu seiner Verteidigung zu sagen hat, bevor diese Zeilen ihren Wegauf das virtuelle Papier fanden!

      Menschen bleiben aus den unterschiedlichsten Gründen allein (zurück). Wahrer Altruismus entspringt nicht aus dem nackten Finger mit dem Du auf mich zeigst. Über Björk las ich einen Beitrag unter dem Titel „Hörst Du nicht, wie mein Herz blutet?“ und wollte die Platte sofort kaufen. Das in der Zeitung abgedruckte Cover war für mich aus Harry Potter – es bewegte sich und blutete Tränen.

      Bitte entschuldige meine Offensive!
      Hab ein schönes Wochenende.
      Maria

      Gefällt mir

  6. Spricht mir sehr aus dem Herzen! Bei diesen Gedanken erscheinen Bilder, Gerüche und Geräusche in meinem Kopf, so wie ich mir“früher“ vorstelle (Hab zu viele Historien Bücher gelesen😊). Weniger ist mehr!

    Gefällt 1 Person

  7. Ich war eben in einem einfachen Straßencafe und wartete darauf, dass mein Auto gewaschen wird. Und während ich so saß und meinen Espresso trank, auch noch einen frisch gepressten Orangensaft bestellte , schaute ich den Menschen zu, die da hereinkamen oder drin arbeiteten. Arbeiter, Angestellte-Typen, junge Leute, zu Fuß oder mit dem Motorrad, locker, kommunikativ, zufrieden wirkten sie. Und in der Tankstelle: der dünne Mann, der das Auto wusch, beklagte sich nicht über den Dreck, ein anderer kam hinzu und half mit dem Putzlappen, weil grad kein Kunde an der Zapfsäule zu bedienen war (in Griechenland braucht man nicht selbst zu tanken, das tun die Angestellten). Und ich dachte bei mir: die Welt ist schön, egal wo und wie, wenn wir freundlich und zugewandt sind und uns gegenseitig aushelfen.
    Das mein Kommentar zu „früher war alles besser“.

    Gefällt 2 Personen

  8. Nuala O’Faolain schreibt oft über Einsamkeit – allein und unter Menschen. Sie ist einer sehr kluge, offene Frau mit großem Herz und vielen Fragen.

    Die Menschen tun diese Dinge, von denen Du schreibst noch immer. Ich kenne viele, die das tun. Nicht, dass es mich einschlösse, aber die Existenz kann ich nicht leugnen.

    Bitte hör nicht auf zu träumen, spielen, Dich zu wundern für eine bessere Welt!

    Was soll ich lesen?

    Gefällt mir

  9. Nichts war früher besser. Aus meiner Sicht jedenfalls. Zu jeder Zeit haben die Menschen um ihr Überleben einen Kampf ausgefochten. Das blieb mir auch nicht erspart. Einiges ist in meinen Kurzgeschichten niedergeschrieben, damit ich es vergessen kann. Möchte ich „Früher“ wiederhaben? Nein!

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo und danke für Deine Antwort.

      Was ich damit sagen wollte war daß in den letzten Jahren eine Veräderung geschah, ungefähr so groß wie in der industriellen Revolution. Und daß das viel bei den einzelnen Menschen verändert hat.

      Und meiner Meinung nach nicht zum Guten.

      Ob ich auf die guten Dinge der heutigen Zeit verzichten möchte? Nein, natürlich nicht.

      Aber ich sehne mich nach den guten Dingen von früher die es heute nur mehr in Ansätzen gibt.

      Gefällt mir

  10. Maybe this is why I spend so much time in my thoughts… because I do remember a far more beautiful world before and these memories are what I hold on to… an ember of hope☺technology in itself is not a bad thing…. I am now able to talk to persons far away like I am doing with you right now. But there is also a downside to technology….because as close as it may bring me to others in different parts of the world, it can also separate us from those closest to us. A family within a home is not really together: the kids may be on their mobile devices and one or both parents may be on the computer or laptop.

    The world may have advanced but whether it is for the better… I do not know.

    Gefällt 1 Person

  11. Tjaaa…wir haben eben nicht mehr Freiheit als zuvor. Ich fürchte, nein.
    Eine der Eigenarten unseres Wirtschaftssystems ist es, viele Dinge, die früher lokal und/oder gemeinschaftlich erledigt wurden, quasi zu privatisieren. Weil wir für viele Dinge keine Zeit mehr haben, wird uns jede Menge von dem, was früher normales Zusammenleben ausmachte, als Dienstleistung zurückverkauft.

    Die Illusion von Freiheit ist doch meistens ein Spiegelbild im Schaufenster. Und sehr viele Menschen spüren das.
    Achtung – schamlose Eigenwerbung: Der Sieg der Grauen Herren.
    Oder auch der hier.

    Wir müssen dringend zusehen, daß wir von der Schönheit der Welt bewahren, was noch geht. Sonst wird das unangenehm hier. Und zwar sehr bald.

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, wir haben wirklich nicht mehr Freiheit. Vielleicht wollen die Menschen sie auch gar nicht. Was würden sie schon damit machen? Schlimm ist es in den letzten dreißig Jahren geworden. Mein Vater hatte noch ein Wochenende an dem er Zeit hatte. Und auch Freunde und Spaß am Leben.

      Heute sehe ich alle nur mehr arbeiten oder im Einkaufszentrum. Überspitzt natürlich.

      Und ja, wir müsen noch viel mehr von der Schönheit bewahren!

      Gefällt 1 Person

      1. Daran ist nichts überspitzt. Ich sehe nur noch Leute, die über viel zu viel Arbeit stöhnen. Oder welche, die keine mehr haben.

        Die Reichen werden reicher, die „Mittelschicht“ strampelt sich ab, die Armen…nun, die Armen sind dazu da, die Mittelschicht auf Trab zu halten. Und abzulenken.

        Wer Kinder erzieht oder Alte pflegt, wird mies bezahlt. Wer auf Geld aufpaßt, kassiert Millionen. Und dabei sind die Gebühren fürs Konto niedriger als die für die KiTa.
        Mama und Papa müssen ja arbeiten. Oder kassieren Herdprämie, während sie über „leistungsloses Einkommen“ bei Hartz-IV-Beziehern meckern.

        Ich höre da Dissonanzen heraus 😀

        Gefällt 1 Person

  12. Das Problem ist nur daß diese Gedanken so weit verbreitet sind. Ich kenne niemanden der den Job als „Geldaufpasser“ ausschlagen würde wenn er gut bezahlt wäre. Und der dann nicht plötzlich wichtig, großartig usw. wäre, auch in seinen eigenen Augen.

    Also ich finde jeder sollte sich auch an die eigene Nase greifen und sehen daß er über etwas schimpft nicht weil er es schlecht findet sondern weil er nicht zu den großen Gewinnern zählt.

    Aber ich habe noch zu wenig darüber nachgedacht um wirklich mitreden zu können …

    Thomas.

    Gefällt mir

  13. Früher war alles anders, zu jeder Zeit gab und gibt es Veränderungen (für den einen gut, für den anderen weniger).

    Es kommt, glaube ich, immer darauf an, wie der Mensch die jeweilige Zeit erlebt hat (entsprechend übermittelt er seine Version der Nachwelt)

    Jede Zeit hat ihr Gutes, wie ihr weniger Gutes!
    Es sind ja überwiegend subjektive Empfindungen, die solange weiter getragen werden, bis jemand etwas Neues einführt.

    Besonders in Situationen, wo es einem Menschen schlecht geht, neigt er nach Gründen dafür zu suchen, nicht selten ist es das Zeitalter, welches, als Grund , angegeben wird.

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo und danke für die Antwort.

      Und ich gebe Dir zum Teil Recht. Zu allen Zeiten haben die Menschen gejammert wie kalt die Welt wurde. Vor allem Künstler und Denker.

      Aber ich glaube daß sich durch die Medien etwas Neues in die Welt geschlichen hat, und in einem erschreckendem Tempo. Daß sich so vieles so schnell verändert, auch die Menschen. In unseren Gehirnen, in unseren Seelen, und gleichzeitig eine große Gleichgültigkeit dagegen.

      Und ja, ich bin einer der auch aus subjektiven Gründen das Haar in der Suppe sucht. Aber eben nicht nur.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s