Letztens hat …

20170602_154627.jpgLetztens hat mir ein Freund auf twitter geschrieben: „Wer kommt mit ins Auenland?“

Und ich dazu: „Interessant wäre wer von uns welche Rolle in Mittelerde spielen würde.“

 

Ich meinte damit nicht wer wir gerne sein würden, sondern wer wir wirklich wären. Wer wir wirklich wären auf Grund unserer Seele, auf Grund unserer Träume und Talente.

 

Natürlich wünscht sich beinah jeder ein Elf zu sein. Weise, schön, voller Anmut und Kraft.

Aber die meisten meinten sie wären auch dort nur wie Sam. Ein Teil der Nebengeschichte, sogar im eigenen Leben.

Und sowieso sei das ganze eine dumme Idee, eine sinnlose Spielerei.

 

Aber ich glaube daß solche Gedanken mehr sind.

Oder viel mehr sein könnten.

Die Übung sich eine Welt vorzustellen ohne Autos, ohne Fernsehen, ohne Internet und all unseren lebensfernen Problemen.

In einer Welt zu leben in der es noch Freiheit gibt, Verbundenheit zu sich und seiner Umgebung. In einer Welt in der man sich verstecken kann, in seiner Familie, seinem Stamm. In einer ganzen Welt.

Oder in der Einsamkeit.

Und trotzdem aufgehoben und verbunden. Bis in die letzte Faser.

 

Um wirklich zu leben.

 

Einmal sich vorzustellen wer wir dort sein könnten.

Nicht als Geburtsrecht. Als König. Oder Ritter. Oder Bauerssohn.

Sondern noch einen Schritt weiterzugehen und sich wirkliche Freiheit vorzustellen. Die Freiheit alles zu werden. Oder auch die Freiheit nichts zu werden.

Aber die Freiheit alles zu werden nach dem was in uns ist. Und die Freiheit zu entscheiden was wir daraus machen wollen.

 

Wäre das nicht wunder, wunderschön?

 

Ich weiß wie schwer die Frage ist wenn man sie zu Ende denken will.

Und ich kann sie für mich nicht bis ins Letzte beantworten.

 

Denn ich weiß nicht wer ich in so einer Welt gerne sein würde. Wenn ich wirklich die Freiheit hätte nach meinem Innersten zu entscheiden. Und den Weg selbst zu gehen, ohne Angst, ohne Kompromisse, ohne all dem ganzen „ach hätte ich doch“ und „ach würde ich“.

Einfach nur seiner inneren Stimme lauschen. Und ihr dann folgen

 

Vielleicht wäre ich ein Sänger der langsam durch die Welt zieht.

Einen Sommer hier weil die Wiesen so gut duften.

Und dann ein paar Jahre dort, weil die Menschen so friedlich sind und ich sie gerne kennenlernen würde. Und mit ihnen einen Teil des Weges gehen.

Und dann ein paar Jahre einsam auf einem Berg.

Und dann wieder in die Städte, trinkend, unter Freunden.

 

Ein langer Reigen von Musik, Poesie, Gelächter und Einsamkeit, Frauen, Brüder in Freundschaft, Liebe und Haß.

 

Und immer Bilder voller Sehnsucht.

Dieser Baum im Abendlicht.

Und jener Freund, damals, als er ging.

Und das Lachen eines Kindes am Morgen.

 

Ein Leben voller Lernen. Voller Bilder und Musik. Und unter wirklichen Menschen.

 

Ja, ich glaube, das würde mich glücklich machen.

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16 Gedanken zu “Letztens hat …”

  1. Glaubst du an Zufälle? Daran, dass Menschen an unterschiedlichen Orten, Menschen, die sich nicht kennen, zur fast gleichen Zeit etwas Ähnliches denken? Ich lese eben deinen Text und stelle mir genau diese Frage. Denn gestern habe ich mir wieder einmal den ersten Teil der Ringetrilogie angesehen, besser gesagt, die Hälfte davon. Ich stellte mir allerdings nicht die Frage, wer ich gerne sein würde, wem ich mich seelenverwandt fühle. Denn die Frage wäre nach der Antwort gekommen. Schon immer hat mich die Figur des Aragorn persönlich berührt. Gäbe es eine weibliche Variante seiner Person, wäre sie wohl mein Spiegelbild.

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    1. Ich weiß nicht ob ich an Zufälle glaube. Wahrscheinlich schon.

      Aber in dem Fall glaube ich daran daß bestimmte Dinge in der Luft liegen, in der Zeit, im Bewußtsein der Menschen und daß dann Menschen die sich ähnlich sind zur selben Zeit auf ähnliche Gedanken kommen. Ja, daran glaube ich schon.

      Aragorn? Ja, in den Büchern schon. Im Film hat er mir nicht gut gefallen. Der Schauspieler schon, aber nicht die Rolle. Im Buch war er älter, mehr Waldläufer als König, einsamer, jemand er auf der Suche war und mit anderen seinen Weg ging.

      Ja, ich glaube ich verstehe Dich!

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  2. Ich denke, ich wäre wohl Eowyn. Die Frau, die gerne alles im Griff haben möchte, Dinge organisiert und stets bemüht ist, ihre Lieben zu beschützen. Aber eben auch unabhängig ist, sich in einer Männerwelt behauptet und sich – natürlich – in den falschen Mann verliebt. Hmmm… wenn ich das jetzt gerade so lese… früher, als ich noch jung war (vorm Kriech) wollte ich immer wie Scarlett O’Hara sein, die hat genau oben genannte Eigenschaften auch. 😀

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    1. Hallo Babsi.

      Lustig daß Du gerade Scarlett erwähnst. Ich lese das Buch gerade wieder einmal, zum fünften Mal oder so. Mir gefällt ja Rhett sehr gut, Scarlett erschien mir immer etwas kühl und gefühlsarm, auf eine kindliche Art und Weise romantisch und gefühlvoll, aber nicht zu wirklichen Gefühlen fähig. Aber ich habe es schon lange nicht mehr gelesen, bin schon neugierig wie es mir jetzt damit geht.

      Und Eowyn gefällt mir auch sehr gut. Und mir gefiel so gut wie sie sich dann zum Schluß verliebte, wie ihr Herz aufging.

      Schön daß Du Dich ihr verbunden fühlst. Kann ich verstehen.

      Thomas.

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      1. Ein Psychogramm von Scarlett fände ich mal ausgesprochen interessant. Sie ist hin und hergerissen zwischen ihrem irischen Vater und ihrer französischen Mutter, sie will beiden gefallen, hat aber die Werte und Normen der Gesellschaft, in der sie lebt, nicht verinnerlicht, sondern trägt lediglich eine Maske. Wie Mammy schon so schön sagte: „Ein Maultier in einem Pferdegeschirr bleibt immer noch ein Maultier.“ Naja, ich glaube, darüber könnte man eine sehr interessante wissenschaftliche Arbeit schreiben. Miss Mitchell wäre sicherlich erstaunt, was dabei alles ans Licht käme. Oder vielleicht auch nicht. Wer weiß, welch innere und äußere Kämpfe diese Frau selber zu bestreiten hatte und wieviel Margaret wohl in Scarlett steckt.
        Übrigens mag ich auch die (sehr späten) Nachfolgebücher ‚Scarlett‘ und ‚Rhett‘.

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  3. Wer wäre ich, wenn alle Umstände meinen Maßstäben genügten? Ein Anderer, der Gleiche, der Gleiche ohne seine negativen Anteile, frei von Zweifeln, weil es ja nichts zu bemängeln gäbe? Eine interessante Frage. Weil sie zu einer anderen führt: Wer bin ich?
    In Zeiten wie diesen, in denen alles zu erkranken und bedroht scheint, Perspektiven eingeschränkt sind, suchen wir nach einer friedlichen, heilsamen Umgebung und nicht zuletzt nach Freiheit auf allen Ebenen.
    Das Auenland existiert noch. Zwar als ehemalige Filmkulisse, aber die Landschaft, die Atmosphäre ist real. Mein ältester Sohn lebt mit Familie in Neuseeland und hat mir eine Unmenge an Fotos geschickt. Schon beim bloßen Anschauen breitete sich eine Art Frieden und milde Gesinnung in mir aus – heilsam eben.

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    1. Danke für den Kommentar. Und das wollte ich damit auch sagen, wer bin ich?

      Ich denke mir oft, wer wäre ich wenn ich als Kind vertauscht worden wäre? Und bei anderen Eltern aufgewachsen? Wäre ich dann nicht ein ganz anderer? Andere Erfahrungen, andere Freunde und Lehrer, und daraus ein anderes Leben.

      Und kann ich mich heute noch für jemanden anderen entscheiden? Ich meine, für jemanden anderen Ich, als jemand anders zu werden.

      Und schön daß Dein Sohn dort wohnen kann.

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  4. Was wäre wenn …
    Müssige Gedanken. Wohin sollen die führen? Ich bin heute. Ich bin diejenige, die diese oder jene Vergangenheit hat und diese oder jene Erfahrungen. Darauf kann ich aufbauen. Ich kann jeden Tag die Entscheidung treffen, dass ich so weitermache oder aber etwas ändere. Ich kann jeden Tag entscheiden, ob ich alles hinter mit abbreche oder schrittweise Veränderungen mache. Grenzenlose Freiheit gibt es nicht. Das ist eine hübsche Illusion, der ich nachhängen kann. Ein Traum, der spätestens dann zerplatzt, wenn ich mit meiner Umwelt in Kontakt trete. Denn die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt.
    Was hindert einen, durch die Welt zu ziehen? Oder auf einem Berg zu leben? Ich meine fast, wir waren noch nie so frei in vielen Dingen wie die Menschen früherer Generationen. Nur bauen wir uns unsere eigenen Gefängnisse und Mauern, hängen Vorstellungen von einem glitzernden Früher nach. Was auch immer dieses Früher gewesen sein mag.
    Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist zu groß und lässt sich niemals vollständig beantworten. Vielleicht muss man sich diese Frage in Hinblick auf die nächsten Jahre stellen. Wer bin ich? Wer will ich sein? Und wie bringe ich diese beiden zusammen, damit ich mit mir halbwegs ins Reine komme?

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  5. Eine Zeit ist immer so gut, wie sie dich sein lässt!

    Wer bin ich und wo sind meine Wurzeln? Jeder wird sich diese Frage einmal stellen. Eltern, Zuhause, soziale Kontakte etc, prägen uns mehr oder weniger und unterscheiden sich besonders, wenn es später um SELBSTerziehung geht.
    Jeder hat die Möglichkeit sich, entsprechend seiner Neigungen, im Leben einzurichten, was nicht unbedingt einfach sein muss! Vieles geschieht auch unbewusst und manchmal steckt man vielleicht im „falschen Leben?“ Warum ich wurde, wer ich war? Jedenfalls nicht durch Vorbilder, eher einem Instinkt folgend. Meine Familie war immer der Meinung, dass ich eigentlich nicht aus dieser Familie stammen konnte, weil ich völlig anders sei, als die restliche Familie.
    (Ich glaube) das Erbgut spielt eine wesentliche Rolle, wenn es um stärken und schwächen geht, jeder hat andere, aber ob erworben oder vererbt, dass ist eine schwere Frage!

    Viele kennen vielleicht dieses Gefühl:“Hier war ich schon einmal“, an einem Ort,wo man ​zuvor noch nie war!
    Vertraut im Gefühl, fremd im optischen, ein merkwürdiges Gefühl, schwer zu umschreiben, wie Zeitversetzt…
    Mir ist es in meinem Leben vielleicht 3-4mal passiert und bis heute kann ich mich -bis ins Detail- daran erinnern.
    Vielleicht ein Ur-Instinkt!?

    Was mir sehr gefallen würde: Anstelle von Geld, wieder tauschen (ich biete Stoff und du gibst mir Kaffee) so wie es ganz früher einmal war!

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    1. Glaubst Du daß wir eher einer inneren Stimme folgen, egal ob Gene oder früheres Leben oder Bestimmung, als den Vorbildern die wir kennen? Daß wir eher „selbstbestimmt“ lernen als von der Umgebung geprägt?

      Ich frage nur weil mich das wirklich interessiert und ich für mich noch keine Antwort darauf habe.

      Und ich weiß nicht ob es mit dem Tauschen von Dingen einfacher wäre. Denn wir wären dann sehr viel damit beschäftige, müßten uns immer wieder Gedanken machen um Tauschkurs, müßten handeln usw. Ich glaube auch dieses System hätte seine Macken.

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  6. Diese Frage kann auch ich nicht beantworten, da ich ja keinen Vergleich in mir trage, nicht in jemand anderem stecke.
    Ich weiß nur, dass es -in meinem Fall- nicht Vorbilder waren, die mich auf den Weg gebracht haben.
    Es gab immer so etwas, wie eine innere Stimme in mir, die mich geführt hat. Meinem Bauchgefühl konnte ich (bis auf wenige Ausnahmen) gut folgen.

    Natürlich werden mich -unbewusst- auch Umgebung und andere Menschen geprägt haben, bewusst bin ich aber, überwiegend, mir​ selbst gefolgt.

    Oft schon habe ich mir die Frage gestellt, warum ich bin, wie ich bin und vielleicht hatte ich auch einfach Glück, dass ich einen Weg gegangen bin, der mir gut entspricht. Vielleicht liegt es daran, dass ich offen für vieles bin, deshalb viel ausprobieren konnte? Vielleicht!

    Ein wesentlicher Aspekt ist es (meiner Meinung nach) dass Menschen verlernt haben, ihr Bauchgefühl wahrzunehmen. Vielleicht würde es sonst viel mehr Menschen geben, die ihren natürlichen Spuren folgen!
    Wer hört in sich hinein oder befasst sich mit seinen Wurzeln!?
    Es gehört ja auch eine gewisse Sensibilität dazu, in sich hinein zu horschen, was in unserer überfüllten Welt… nicht einfach ist!

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    1. Nicht einfach ist … umscheibt es sehr schön.

      Und ich habe früher ähnlich empfunden. Ich sagte immer mein Vorbild bin ich selbst in zwanzig Jahren. Leider hatte ich das jetzt lange vergessen, aber da muß ich noch mal darüber nachdenken …

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  7. Hallo Thomas , ich habe grad in DEINEM Blog gelesen und da fiel mir ein tröstendes Zitat ein .
    * Alles hat seine Zeit*
    Wir alle müssen das Leben annehmen wie es kommt, das ist das Wichtigste und Schönste was einem Menschen passieren kann.
    Ich mach nun vier Wochen Blogpause. Nicht wundern über die Stille dort.
    Liebe Grüsse
    Angela

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