Werden und Vergehen …

20171224_111417Werden und Vergehen. Das war einmal der natürliche Wandel des Lebens.

Auf die Welt kommen, leben und sterben.

Doch wir glauben, wir haben diesen Kreislauf verlassen.

 

Wir sind eine Generation, die vergessen hat, dass sie bald nicht mehr da ist.

Wir sehen nicht weiter zurück als 20 Jahre und nicht weiter nach vorne als bis morgen.

 

Wir denken nicht an unseren Tod.

Wir fühlen uns unsterblich.

Frei als Geist schweben wir durch die Weiten des Internets; ewige Nomaden, die wir sind.

Immer allein, ohne Freunde, ohne Heim.

Und ohne wirkliche Sehnsucht.

 

Spüren wir manchmal den Schatten des Todes, dann blicken wir schnell weg. Greifen nach unseren Smartphones und zappen weiter.

 

Aber ich muss euch ein Geheimnis verraten.

Ihr werdet sterben.

Denn auch ihr seid sterblich.

 

Eines nicht allzu fernen Tages liegt ihr da und die Zeit geht über euch hinweg.

 

Genauso wie bei mir.

 

Aber das ist nicht schlimm.

 

Wir sind die Erwachsenen.

Wir hatten ein Leben.

Wir hatten Musik, Bücher, wir liebten und wir litten an unserem Dasein. Unser Leben war voll mit Bildern, voll mit Schönheit, Gedanken und Gefühl.

Und wir sollten dankbar sein für diese Zeit.

 

Wenn wir morgen sterben, dann hatten wir, trotz allem, ein Leben.

 

Unsere Kinder nicht.

Sie hoffen auf ein Leben.

Wie wird es sein?

 

Die Welt wird nicht schöner.

Gefühle verschwinden aus ihr, Bücher, Wissen und die Musik.

Die Vögel sterben, unser Essen ist vergiftet und die Luft stinkt und schmerzt.

 

Wir denken, dass wir ewig leben und die Erde niemals enden wird.

 

Aber das stimmt nicht.

Wir werden sterben.

Und unsere Kinder werden alleine zurückbleiben.

Ohne uns.

Mit ihrem eigenen Leben.

 

Sind wir ihnen genug?

 

 

 

Wie kann uns Poesie helfen?    https://www.der-leiermann.com/warum-poesie/

 

Advertisements

15 Gedanken zu “Werden und Vergehen …”

      1. Nein. Würden sie nicht. Weil unsere Spezies aus Exemplaren besteht, die keinen Pfifferling auf die Zukunft geben. Denn so bekommen wir es erzählt. Alles außer dem individuellen Morgen ist unwichtig.
        Also borgen wir von der Zukunft, heute, hier und jetzt. Bis es dann keine mehr gibt.
        Ich weiß übrigens auch, daß ich sterben werde und hasse den Gedanken sehr. Aber wir werden der Entropie nicht entwischen.

        Gefällt 2 Personen

      2. Ja, ich stimme mit Dir überein. Aber ich habe auch Hoffnung. Denn viele Menschen haben selbst Kinder und Enkel, und wenn ihnen das Ausmaß dessen was gerade passiert einmal bewusst wird, dann würden sie das Ruder ziemlich schnell herumreissen.

        Zum Beispiel beim Lesen, beim Draussen-Sein, Konsum usw.

        Liebe Grüße,
        Thomas.

        Gefällt 1 Person

    1. Das ist eine schöne Geschichte. Ich glaube Dir, dass es schwer ist. Aber ich finde es wunderbar, dass Du nicht auf den Gedanken kommst ihn ins Heim zu schicken. Sondern dass Du Werte hast und Liebe.

      Liebe Grüße und alles Gute von mir,
      Thomas.

      Gefällt mir

  1. Vergänglichkeit, Verantwortung, Respekt – für das Leben, für andere, für sich selbst…
    Ich denke schon, dass du damit einen Finger in eine der großen Wunden unserer Gesellschaft legst. Wann haben wir diese Werte verloren. Wann haben wir und selbst verloren… Danke für deinen Artikel, der einmal mehr das Augenmerk auf das Wesentliche im Leben lenkt, auch wenn die Erkenntnis vielleicht schmerzt.
    Ich bin übrigens sehr froh über meine Vergänglichkeit. Betrachte ich das Altern, die Krankheiten und das Leiden…

    Gefällt 2 Personen

    1. Hallo Cora und danke für Deine netten Worte. Ich freue mich sehr, dass sie Dich berühren.

      Ich mache mir einfach Gedanken zur Welt, dazu wie sie heute ist und wie sie noch werden wird. Und ich mache mir Sorgen um die nächste Generation.

      Und es gibt einige interessante Ansätze wie und wann wir uns selbst verloren haben …

      Liebe Grüße!

      Gefällt mir

  2. Hat dies auf ilseluise rebloggt und kommentierte:
    Ich teile diese Gedanken zu „Werden und Vergehen“ … und möchte sie so etwas weiterverbreiten.
    „… Wir denken, dass wir ewig leben und die Erde niemals enden wird.

    Aber das stimmt nicht.

    Wir werden sterben.

    Und unsere Kinder werden alleine zurückbleiben.

    Ohne uns.

    Mit ihrem eigenen Leben.

    Sind wir ihnen genug?“

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s